Sondermülldeponie Kölliken
Verseuchter Fels: «Wir sind vom Messergebnis eher angenehm überrascht»

Nach rund 200 Bohrungen ist klar: Auch die Sandsteinschicht unter der ehemaligen Sondermülldeponie Kölliken ist verseucht. Das aber ist keine Überraschung.

Jörg Meier
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Sondermülldeponie in Kölliken
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Rund 600'000 Tonnen Sondermüll wurden in acht Jahren ausgebaggert und entsorgt.
Die Sanierung der Altlast kostet knapp 900 Millionen Franken.
Messungen haben ergeben: Auch die Sandsteinschicht unter der ehemaligen Sondermülldeponie Kölliken ist verseucht.
Allerdings: Insgesamt müssen nicht 75'000 Tonnen, sondern nur 41'000 Tonnen Fels aus der Grube entfernt werden.
Von der felsigen Fläche müssen nun 20 Prozent ausgebaggert werden.
Im Februar 2016 sind neue Sondierbohrungen geplant.

Sondermülldeponie in Kölliken

Keystone

Der Rückbau der Sondermülldeponie Kölliken ist schon fast abgeschlossen. Rund 600'000 Tonnen Sondermüll wurden in acht Jahren ausgebaggert und entsorgt. Die Sanierung der Altlast kostet knapp 900 Millionen Franken. Wie das Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF berichtet, haben aktuelle Messungen ergeben, dass aus der leeren Grube jetzt noch rund 30'000 Tonnen Fels abgetragen und entsorgt werden müssen.

«Wir sind vom Messergebnis eher angenehm überrascht», erklärte Geschäftsführer Benjamin Müller. Denn bei der Projektierung war man davon ausgegangen, dass etwa 75'000 Tonnen Fels ausgebaggert und abtransportiert werden müssen.

11'000 Tonnen Fels wurden bereits im Rahmen des ordentlichen Rückbaus weggeführt. Also müssen insgesamt nicht 75'000 Tonnen, sondern nur 41'000 Tonnen Fels aus der Grube entfernt werden. Eigentlich eine gute Nachricht. Dies der aktuelle Stand des Wissens, nachdem bisher rund 200 Bohrungen in den Felsen vorgenommen worden sind.

Schwarzer Sandstein

«Wir müssen nur 20 Prozent der felsigen Fläche ausbaggern», erklärt Müller, «aber dafür geht die Belastung stellenweise tiefer als wir angenommen haben.» Betroffen seien vor allem sandsteinhaltige Schichten. Da hat sich der ursprünglich braune Stein schwarz verfärbt. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Stein vergiftet ist. Es gebe aber auch Bereiche, in dene der Fels praktisch dicht geblieben sei, sagte Müller.

Mehrere Schritte nötig

Falls die Belastung noch tiefer als fünf Meter in den Boden reicht, wird der Fels möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt saniert. Man würde erst die Grube mit sauberem Aushubmaterial auffüllen und danach die Halle demontieren. Dann erst soll der verseuchte Sandstein mittels Bohrungen aus der Tiefe geholt werden.

Im Februar 2016 sind neue Sondierbohrungen geplant. Sie sollen definitive Ergebnisse liefern. Auf den Fahrplan der Sanierung hat der Fels keinen Einfluss, man hat das einberechnet und hat trotzdem einen Vorsprung von rund einem halben Jahr auf den Zeitplan: Bis 2019 ist die Grube saniert und Kölliken altlastenfrei. Und auch finanziell ist man auf Kurs, wie Geschäftsführer Benjamin Müller versichert.

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