«Die Früchte leiden enorm unter dem Regen», sagt Robert Meyer. Seit einer Woche konnten die Erdbeeren auf seinen Feldern nicht abtrocknen. Viele haben Regenschäden davongetragen (siehe Kasten). Auch haben bereits unreife Früchte zu faulen begonnen. Der Landwirt aus Dintikon rechnet vor, dass derzeit jede vierte Beere fortgeworfen werden muss. «Die Qualität bringen wir nur mit einem Haufen Arbeit hin», sagt Meyer.

Die faulen Erdbeeren können nicht einfach auf den Dämmen liegen gelassen werden. Sie würden sonst die anderen Früchte anstecken. Deshalb muss jede Erdbeere gekehrt und nach Fehlern untersucht werden. Das bedeutet halbe Pflückleistung und Mehrarbeit für die Produzenten.

Verkauf läuft schleppend

So wie Robert Meyer geht es derzeit vielen Produzenten im Aargau. Die Regengüsse der letzten Tage haben die Erdbeer-Ernte genau zur falschen Zeit erwischt, denn letzte und diese Woche ist Hochsaison.

Die Erdbeeren sind reif und wollen so schnell als möglich zum Konsumenten. Diese sind derzeit aber nicht sonderlich versessen auf die ersten Früchte des Jahres. «Es ist halt kein Beeri-Wätter», sagt Viktor Mühlebach vom Beerenhof Tegerfelden.

Keiner will im Regen selbst pflücken

Das zeichnet sich auch auf dem Feld für Selbstpflücker ab. «Bei Regenwetter kommt einfach niemand», so Mühlebach, der auf seinem Hof rund 50'000 Erdbeerpflanzen zieht. Erdbeeren pflücken sei eben eine Freizeitbeschäftigung bei schönem Wetter.

Der Landwirt hatte im Gegensatz zu anderen aber Glück. «Diese Woche haben wir ein Erntetief». Die frühen Sorten seien bereits abgeerntet und die späten Erdbeeren würden erst jetzt reif werden. Gestern Abend sind Mühlebach und seine Helfer das erste Mal ins Feld zu den späten Erdbeeren ausgerückt. Noch drei Wochen können sie von diesen Pflanzen ernten. Dann ist die Erdbeer-Saison auf dem Beerenhof Tegerfelden vorbei.

Trockenes Wetter gewünscht

Der Dintiker Robert Meyer hofft «auf schöneres und vor allem trockenes Wetter». Das kündigt sich aber erst auf Donnerstag an. Dann soll es gemäss MeteoNews über weite Strecken recht sonnig werden. Angekündigt sind für Donnerstag 21 und für Freitag 25 Grad, was ideal für Erdbeeren wäre. Wärmer hingegen wirkt sich wieder kontraproduktiv aus. «30 Grad sind nicht gut», weiss Viktor Mühlebach. «Da werden die Früchte zwar schnell rot, aber die Grösse leidet.»