Bundesgericht

Verkehrsrowdy überfuhr fast Aargauer Polizisten – jetzt darf von ihm ein DNA-Profil erstellt werden

Die Polizei bei einer Kontrolle. (Symbolbild)

Die Polizei bei einer Kontrolle. (Symbolbild)

Die Aargauer Justiz darf bei einem jungen Mann, der bei einer Kontrolle auf einen Polizisten losgefahren ist, im Hinblick auf mögliche künftige Straftaten ein DNA-Profil erstellen.

Der heute 26-jährige Mann hatte bereits als Jugendlicher diverse Straftaten wie Diebstahl, Verstoss gegen das Waffengesetz, Sachbeschädigung und Drogendelikte begangen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm zudem vor, sich im November 2015 am Steuer eines entwendeten Fahrzeugs und ohne Führerausweis einer Polizeikontrolle entzogen zu haben.

Dabei soll der junge Mann das Haltezeichen des Beamten missachtet und mit massiv übersetzter Geschwindigkeit auf diesen losgefahren sein. Der Polizeibeamte habe sich nur mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen können. Das entsprechende Strafverfahren ist noch hängig, eine Verurteilung hat noch nicht stattgefunden.

Mann ist gewaltbereit

Im Februar dieses Jahres ordnete die Staatsanwaltschaft die Erstellung eines DNA-Profils des Verkehrsrowdys an. Dies wollte sich der junge Mann allerdings nicht bieten lassen. Seine Beschwerden blieben jedoch sowohl vor dem Obergericht des Kantons Aargau als auch vor dem Bundesgericht erfolglos.

Zwar räumt das Bundesgericht in seinem Urteil ein, dass die Jugendstrafen Jahre zurückliegen und eher Bagatellcharakter hatten. Aufgrund des Verhaltens bei der Polizeikontrolle müsse jedoch auf eine latente Gewaltbereitschaft und eine gewisse Skrupellosigkeit des jungen Mannes geschlossen werden.

Es erscheint den Richtern in Lausanne deshalb nicht von vorneherein als unwahrscheinlich, dass der Mann an weiteren Straftaten beteiligt war oder solche – auch schwerwiegende – erneut begehen könnte.

Da es sich nur um einen leichten Eingriff in das Grundrecht der persönlichen Freiheit handle, sei die Erstellung des DNA-Profils zur Aufklärung künftiger Verbrechen – auch wenn es sich um einen Grenzfall handle – letztlich gerechtfertigt, meint das Bundesgericht.

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