Blockade

Verkehrskonferenz unterstützt Petition zu Umfahrung Mellingen

Auf der Mellinger Brücke von links: Beat Gomez (Gemeinderat und Bauvorsteher), Marianne Binder-Keller (Präsidentin CVP Aargau), Paul Zürcher (Alt-Grossrat von Mellingen), Peter Binggeli (Altgemeindeammann), Hanspeter Koch (Parteipräsident der CVP Mellingen), Daniel Käppeli (Parteileitungsmitglied der CVP Aargau)

Sie sähen gern endlich einen Spatenstich.

Auf der Mellinger Brücke von links: Beat Gomez (Gemeinderat und Bauvorsteher), Marianne Binder-Keller (Präsidentin CVP Aargau), Paul Zürcher (Alt-Grossrat von Mellingen), Peter Binggeli (Altgemeindeammann), Hanspeter Koch (Parteipräsident der CVP Mellingen), Daniel Käppeli (Parteileitungsmitglied der CVP Aargau)

Die Befürworter haben bald 1000 Unterschriften. VCS und WWF sind im Gespräch mit dem Kanton.

Mit einer Petition will die CVP die verfahrene Situation um die Umfahrung Mellingen deblockieren. Bis Sonntagabend sind auf der Website www.pro-mellingen.ch knapp 800 Unterschriften eingegangen. Man kann auch einen Unterschriftenbogen herunterladen, ausdrucken, unterschreiben und einschicken. Schon 150 solche Unterschriften seien eingetroffen, freut sich Initiantin und CVP-Präsidentin Marianne Binder. Mit dem Fortgang sei sie sehr zufrieden, und bittet Unterzeichnende, den Bestätigungslink, den sie erhalten, anzuklicken. Erst dann gelte die Unterschrift. Binder sagt, dass das Komitee auf unkomplizierte Weise die Schockstarre lösen wollte, die seit Jahren um die Umfahrung herrscht. So eine Petition sei ja auch ein Wagnis. Es sei aber von Anfang an geplant gewesen, Verbände und andere Parteien um Unterstützung anzufragen, wenn der Stein, wie er es jetzt tut, tatsächlich ins Rollen kommt, hält Binder fest.

Inserate zum siebten Jahrestag

Flankenschutz gibt es von der Aargauischen Verkehrskonferenz, einem losen Zusammenschluss der kantonalen Sektionen von TCS, ACS, ASTAG, Fahrlehrervereinigung, Swiss Cycling und weiteren Verbänden. Die Konferenz unterstütze alles, was dazu beitrage, dass die Umfahrung endlich realisiert werden könne, sagt TCS-Kantonalpräsident und FDP- Nationalrat Thierry Burkart. Gemeinsam und überparteilich sei man in der Politik immer stärker, sagt er. Denn es gehe um die Sache: «Wir unterstützen die Petition vollumfänglich.» Die Verkehrskonferenz wird sich am 15. Mai mit einem Communiqué und mit Inseraten zu Wort melden. Dann jährt sich nämlich zum siebten Mal die Volksabstimmung über «Mellingen».

Burkart: «Das Volk hat mit 60,1 Prozent Ja-Anteil die Umfahrung klar gutgeheissen. Dass wegen Beschwerden sieben Jahre danach noch kein Stein bewegt werden konnte, ist unhaltbar. Es muss rasch eine Lösung her!» Die «Verhinderungspolitik der Verbände VCS und WWF» sei umso unverständlicher, «als der VCS eben eine Petition zum Schutz vor Lärm lanciert hat. In Mellingen verhindert er mit seiner mittlerweile dritten Beschwerde genau dies. Natürlich braucht die Natur Schutz, aber erst recht auch die Menschen in Mellingen!»

Kurt Schmid, der Präsident des Aargauischen Gewerbeverbandes, unterstützt die Petition auch vollumfänglich. An der Delegiertenversammlung verwies er darauf, «dass die Umfahrungen Mellingen, Bad Zurzach, Brugg und Lenzburg wie auch die Realisierung der sechsspurigen Autobahn dringlichen Handlungs- bedarf haben». Es dürfe nicht sein, «dass sogar bewilligte Projekte beliebig verzögert werden». Der Gewerbeverband lege Wert darauf, dass Regierungsrat und Gemeinderäte, die Verwaltungen und angerufene Gerichtsstellen den Projekten dringende Priorität beimessen.

VCS/WWF: auch für Entlastung

Die mit der Petition angesprochenen Umweltverbände VCS und WWF wollen sich laut Tonja Zürcher, Geschäftsführerin des WWF Aargau, dazu inhaltlich nicht äussern. Die Hoffnung der Petitionäre verstehe sie schon, sagt Zürcher. Wenn es ein Ziel sei, miteinander ins Gespräch zu kommen, sei das erreicht. Denn derzeit finden Gespräche zwischen dem Baudepartement und den beiden Verbänden statt, die gegen das vom Grossen Rat gutgeheissene, leicht angepasste Projekt Beschwerde führen.

Inhaltlich könne sie dazu nichts Konkretes sagen. Nur soviel, dass auch die Umweltverbände an einer Lösung interessiert seien, und dass die Gespräche konstruktiv verliefen: «Auch wir wollen eine Entlastung für die Bevölkerung und möglichst wenig Verkehr in der Altstadt von Mellingen. Aber auch das minimal angepasste Projekt nimmt zuwenig Rücksicht auf die geschützte Reussuferlandschaft», sagt Zürcher.

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