Streik bei Spar

Verhandlungen zwischen Spar und Unia scheitern nach sechs Stunden

Der Tankstellenshop in Baden-Dättwil bleibt geschlossen. Der Streik dauert an.

Der Tankstellenshop in Baden-Dättwil bleibt geschlossen. Der Streik dauert an.

Die Führung der Spar Gruppe und Unia verhandelten am Dienstag zum ersten Mal – sechs Stunden lang, aber ohne Ergebnisse. Die Vorwürfe auf beiden Seiten sind happig. Der Tonfall zwischen den beiden Konfliktparteien bleibt ruppig.

Am Dienstag setzten sich die beiden Seiten in Zürich erstmals gemeinsam an den Verhandlungstisch. Zu einer Annäherung zwischen Spar-Führung und Mitarbeitenden des Tankstellenshops in Baden-Dättwil kam es trotz sechsstündigen Gespräche auch am neunten Streiktag nicht.

Vielmehr decken sich die beiden Konfliktparteien weiter gegenseitig mit Vorwürfen ein.

Gegenseitige Vorwürfe

Der Tonfall bleibt ruppig. So wirft Spar der Unia vor, «zu Mitteln der Nötigung und Erpressung» zu greifen. Ausserdem instrumentalisiere sie «die am illegalen Streik beteiligten Mitarbeitenden für ihre politischen Zwecke».

Darüber hinaus kritisiert Spar die Veröffentlichung von Mailadresse und Handynummer des Verwaltungsratspräsidenten Stefan Leuthold. «Damit verstösst die Unia gegen den Schutz der Privatsphäre in der Bundesverfassung», sagt Spar-Sprecher Ronald Haug.

Natalie Imboden, Sektorleiterin Detailhandel der Unia, beurteilt die Publikation der Kontaktdaten als unproblematisch. «Stefan Leuthold ist als Eigentümer verantwortlich und hat heute ausrichten lassen, er sei nicht verfügbar für Gespräche, obwohl der Streik schon neun Tage dauert», begründet sie.

Fluchtartig aus dem Saal gestürmt

Die Gewerkschaft Unia wirft der Verhandlungsdelegation von Spar vor, die Gespräche am Dienstagnachmittag übereilt und unbegründet abgebrochen zu haben. «Der Verhandlungsleiter ist fluchtartig aus dem Saal gestürmt», sagt Natalie Imboden.

In den sechsstündigen Gesprächen sei es etwa bei den Löhnen zu Annäherungen gekommen, sagt Imboden. «Bei der Erhöhung des Personalbestands schaltet Spar jedoch auf stur.» Nach dem unbegründeten Abbruch der Verhandlungen sei man von einer Lösung weit entfernt.

Der Shop bleibt blockiert

Die Spar Gruppe bezichtigt die Gewerkschaft, auf keines ihrer Hauptanliegen einzugehen. Nach wie vor fordere Spar die Aufhebung der Blockade des Tankstellenshops, sagt Haug. Zudem lehne die Unia den vorgeschlagenen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für Tankstellenshops ab.

«Wir wollen einen GAV», sagt Natalie Imboden von der Unia. «Aber es muss ein Vertrag sein, der für die verschiedenen Ladenformate von Spar Sinn macht.» Der von Spar vorgeschlagene GAV sei jedoch für Tankstellenshops in anderen Kantonen ausgehandelt worden.

Ob und wann nächste Gespräche stattfinden, ist zurzeit offen. Unia und Streikende wollen den Tankstellenshop weiterhin blockieren.

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