«Ich habe ein Vieraugengespräch mit Regierungsrätin Susanne Hochuli ausgeschlagen», sagt Aarburgs Gemeindeammann Hans-Ueli Schär. «Die Regierungsrätin stellte Bedingungen, die den gesamten Aarburger Gemeinderat veranlassten, das Treffen auszuschlagen.»

Wie die Forderungen aussahen, wollen die Aarburger für sich behalten. «Wir sind der Meinung, dass der Fall um die Unterkunft an der Lindengutstrasse zuerst auf der politischen Ebene gelöst werden muss, bevor wir über Sachthemen sprechen», ist Schär überzeugt.

Das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) hat noch bis Anfang Juni Zeit, rechtlich auf die Verfügung des Bezugsverbots der Liegenschaft der Gemeinde Aarburg zu reagieren.

Laut Balz Bruder, Leiter Kommunikation des DGS strebt der Kanton eine Sprungbeschwerde an. Damit könnte das Departement Bau Verkehr und Umwelt als Instanz übersprungen und das Verfahren verkürzt werden.

Gränichen will Bisherige loswerden

Auch in Gränichen versucht der Gemeinderat, die Asylunterkunft Liebegg noch zu verhindern.

Wenn 60 neue Asylbewerber nach Gränichen ziehen, so Gemeinderat Rolf Arber an der Informationsveranstaltung am Donnerstag, verlange der Gemeinderat die Umplatzierung jener 17 Asylbewerber, die bereits in Gränichen wohnen. Denn die Gemeinde habe ihr Soll von 18 Asylbewerbern sozusagen erfüllt.

Laut Balz Bruder geht diese Rechnung nicht auf. Anders als in Aarburg, wo der Kanton die bestehenden Unterkünfte schliessen würde, sei die Anlage auf der Liebegg temporär, werde nur im Notfall eröffnet und baldmöglichst wieder geschlossen.

«Wir können die Forderung auch nicht erfüllen, weil die Gränicher Asylbewerber zum Teil unbegleitete Minderjährige sind und nicht in Pflegefamilien platziert werden können», so Bruder. Die Jugendlichen wohnen in der Institution Lebensschritt.

Abbruchobjekt für Asylbewerber

Eine Zuger Firma hat in Murgenthal aus einer Zwangsverwertung eine alte Liegenschaft erworben. Dieses Abbruchobjekt hat sie nun dem kantonalen Sozialdienst für die nächsten zwei bis vier Jahre zur Einquartierung von Asylbewerbern angeboten.

Dieser beabsichtigt nun, 14 Asylbewerber darin unterzubringen. Da der Gemeinderat mit bisherigen Unterkünften gute Erfahrungen gemacht hat, wehrt er sich nicht gegen diese Pläne.

«Die Asylpolitik wird beim Bund gemacht, und irgendwo müssen die Menschen, die dem Kanton zugewiesen werden, untergebracht werden», schreibt der Gemeinderat Murgenthal in einer Mitteilung.

Noch muss allerdings abgeklärt werden, ob für die Umnutzung des Abbruchobjekts zu einer Asylbewerberunterkunft ein Baugesuch nötig ist.

Der Gemeinderat ist laut Mitteilung der Ansicht, dass dafür bauliche Eingriffe erforderlich sind, die einer Bewilligung bedürfen. Zurzeit leben bereits 15 Asylsuchende in Murgen-thal, davon zehn in einer kantonalen Unterkunft.