Einbrüche verhindern und Straftäter festnehmen: Das war das Ziel zweier Grosskontrollen im vergangenen November. Jeweils um die 140 Einsatzkräfte der Kantonspolizei Aargau, diversen Regionalpolizeien, Transportpolizei und Grenzwacht waren dafür im Einsatz. 

Am ersten Wochenende hat die Polizei 13 Personen verhaftet. Zwei davon waren auf der Flucht und zwei Personen hatten eben erst einen Einbruchsversuch unternommen. Eine Woche später wurden neun Personen vorläufig festgenommen. Drei weitere Personen waren national zur Fahndung ausgeschrieben. Sieben nichtfahrfähige Automobilisten wurden aus dem Verkehr gezogen und ein Mann in Seon konnte, zusammen mit der Ambulanz, nach einem Herzinfarkt, erfolgreich reanimiert werden.

Polizeikommandant nach Einbrecher-Jagd im Aargau: «Fortsetzung folgt»

Polizeikommandant nach Einbrecher-Jagd im Aargau: «Fortsetzung folgt»

Polizeikommandant Michael Leupold und Polizeidirektor Urs Hofmann sprechen in der Sendung «TalkTäglich» auf Tele M1 über Kriminaltourismus, Einbruchprävention und Lohnunterschiede.

Wie sieht es rund zwei Monate später aus? Fiona Strebel, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft Aargau, zieht auf Anfrage der AZ Bilanz: «Im Zusammenhang mit den Grosskontrollen der zwei Wochenenden im November befinden sich zwei Personen in Untersuchungshaft.» Insgesamt seien von der Staatsanwaltschaft gegen sieben Personen, von der Jugendanwaltschaft gegen zwei Personen Verfahren eröffnet worden.

Im Detail: Bei den Personen, die sich in Untersuchungshaft befindet, handelt es sich um zwei Georgier. Diese flüchteten damals in Küttigen mit einem Auto, als sie kontrolliert werden sollten. Bei der Flucht warfen sie eine Tasche mit Schraubenziehern aus dem fahrenden Fahrzeug. Nach kurzer Verfolgung konnte der Wagen angehalten und die Insassen verhaftet werden. Gegen sie führt die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau ein Verfahren wegen mehrfachen Diebstahls.

Viele Verhaftungen in der Grosskontrolle

Viele Verhaftungen in der Grosskontrolle

An jeder Ecke standen gestern Patrouillen der Kantonspolizei und kontrollierten Auto um Auto. War die Grossaktion mit rund 140 Polizisten erfolgreich?

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm führt gegen zwei Personen ein Verfahren wegen Widerhandlung gegen das Ausländergesetz, gegen einen der beiden zusätzlich wegen Einbruchdiebstahls.

Gegen drei Personen führt die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm ein Verfahren wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. Gegen eine weitere Person führt sie ein Verfahren wegen Fahrens unter Drogeneinfluss.

Und schliesslich führt die Jugendanwaltschaft ein Verfahren gegen die zwei Jugendlichen, die in Aarau angehalten wurden, und zwar wegen Einbruchdiebstahls. Es handelt sich um einen Schweizer und einen Italiener, die beiden wurden von einer Patrouille gestoppt, nachdem gemeldet wurde, dass in eine Firma eingebrochen worden war. Sie hatten Pfefferspray, Werkzeuge, Handschuhe und eine grössere Menge Geld dabei. Abklärungen ergaben, dass die beiden vor dem Einbruchsversuch in Aarau bereits in Schönenwerd einen Einbruchdiebstahl verübt hatten. 

Alle Verfahren sind noch hängig.

Verantwortliche sind zufrieden

Vor zwei Wochen zog Polizeidirektor Urs Hofmann eine positive Bilanz über das vergangene Jahr. Auch die beiden Grosskontrollen erwähnte er und merkte an: «Die Verhaftung von rund zwei Dutzend Personen an zwei November-Wochenenden war nur die eine Seite des Erfolgs. Das in der Bevölkerung weitherum wahrgenommene Zeichen, dass die Polizei aktiv gegen Einbruchdiebstähle vorgeht, war ebenso wichtig.» 

Heinz Meier, der Chef Stationierte Polizei, zeigte an dieser Medienkonferenz auf, dass bei Einbrüchen im Wohnbereich 2018 ein Rückgang von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreicht worden sei. Die Kantonspolizei setzt deshalb weiterhin auf sichtbare Präsenz, auch als Präventionsmassnahme. 

Zu den Kosten gibt die Kantonspolizei keine Auskunft. Nur soviel: Die Löhne der Beamten mit den Kosten für die Einsätze gleichzustellen, würde zu kurz greifen. Viele wären auch ohne die Grosskontrollen im Einsatz gewesen, sie hätten sich einfach mit anderen Aufgaben beschäftigt.