Die Solidarität war gross. Im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 waren zahlreiche Menschen in der Schweiz bereit, Flüchtlinge bei sich aufzunehmen. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe startete daraufhin in mehreren Kantonen ein Gastfamilien-Projekt zur Vermittlung und Unterstützung der Freiwilligen. 130 anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene fanden seither für mindestens zwölf Monate ein vorübergehendes Zuhause.

Nun gibt die Schweizerische Flüchtlingshilfe das Projekt ab, wie sie mitteilt. Im Aargau wird es in Zukunft vom Verein Familynetwork weitergeführt. Er übernimmt ab 2019 die Betreuung der derzeitigen Gastfamilien und vermittelt Interessierte. Finanziert wird das Projekt vollständig durch Spenden und aus eigenen Mitteln. «Uns ist wichtig, dass Gastfamilien in ihrem ehrenamtlichen Engagement gut unterstützt und betreut werden. So ein Engagement ist eine grosse Herausforderung», sagt Beat Bachmann, Geschäftsführer von Familynetwork. Deshalb habe man sich dazu entschieden, das Projekt auf Anfrage der Schweizerischen Flüchtlingshilfe zu übernehmen. Der Verein erhofft sich, es nicht nur erhalten, sondern auch ausbauen zu können.

Verein ist seit 2015 aktiv

Familynetwork hat bereits Erfahrung in der Vermittlung von Gastfamilien für Flüchtlinge und deren Begleitung. Der Verein platziert seit 2015 – in Koopera-tion mit dem Kanton – unbegleitete minderjährige Asylsuchende in Pflegefamilien. Bislang haben 22 Flüchtlingskinder damit Familienanschluss gefunden. Mit der Betreuung der Familien und der erfolgreichen Integration beinahe aller betreuten Flüchtlinge konnte Familynetwork laut der Mitteilung positive Erfahrungen sammeln.

Das Gastfamilien-Projekt, das Familynetwork nun übernimmt, ist ausgerichtet auf anerkannte Flüchtlinge, vorläufig Aufgenommene und Asylsuchende, die mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Bleiberecht in der Schweiz erhalten. Der Ablauf der Vermittlung bleibt gleich und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton. (AZ)