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Verein auf der Lenzburg gegründet: 17 Schlösser arbeiten enger zusammen

Am Donnerstag kam es auf der Lenzburg zur Gründung des Vereins «Die Schweizer Schlösser». 17 kulturhistorisch bedeutende Burgen und Schlösser aus drei Sprachregionen wollen im nationalen Verbund enger zusammen arbeiten.

Jörg Meier
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Rund 80000 Besucherinnen und Besucher zählt die Lenzburg jedes Jahr. Der neue Verein soll eine noch bessere Vermarktung bringen.
18 Bilder
Schloss Wildegg (AG)
Schloss Lenzburg (AG)
Schloss Hallwyl (AG)
Schloss Habsburg (AG)
Schloss Waldegg (SO)
Schloss Kyburg (ZH)
Schloss Heidegg (LU) Im barocken Schlossturm Heidegg verbirgt sich eine Burg, die älter ist als bisher angenommen.
Schloss Thun (BE)
Schloss Spiez (BE)
Schloss Oberhofen (BE)
Schloss Jegenstorf (BE)
Château de Gruyères (FR)
Napoleonmuseum (Schloss Arenenberg, TG)
Château de Prangins (Nationalmuseum, VD)
Château de Morges et ses musées (VD)
Château de Chillon (VD) Das Schloss Chillon am Genfersee Ausgangspunkt eines Weinexperiments
Burgen von Bellinzona (TI)

Rund 80000 Besucherinnen und Besucher zählt die Lenzburg jedes Jahr. Der neue Verein soll eine noch bessere Vermarktung bringen.

Chris Iseli

Natürlich wissen die Aargauer, was sie an ihren Schlössern haben. Aber wissen das auch die Zürcher, die Berner oder die Thurgauer?

Und was wissen die Aargauer über die Schlösser und Burgen in der Westschweiz oder im Kanton Bern?

Und haben die ausländischen Touristen überhaupt eine Ahnung von der einzigartigen Vielfalt der touristisch orientieren Schlössern und Burgen in der Schweiz?

Eine Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts zeigt, dass das kulturtouristische Potenzial der Schweizer Schlösser nicht ausgeschöpft ist.

Hier hat nun das Museum Aargau unter der Leitung von Jörn Wagenbach angesetzt und ein schweizweites Netzwerk von Schlössern und Burgen angeregt und forciert. Und das mit Erfolg.

Am Donnerstag kam es auf der Lenzburg zur Gründung des Vereins «Die Schweizer Schlösser». 17 kulturhistorisch bedeutende Burgen und Schlösser aus drei Sprachregionen wollen im nationalen Verbund der Bevölkerung das Schlosserlebnis Schweiz regionenübergreifend schmackhaft machen, attraktive Angebote entwickeln und dabei Synergien nutzen.

Zudem möchte der Verein auch vermehrt noch ausländische Schlosstouristen gewinnen; ihr Anteil macht bisher nur rund 30 Prozent aus. Die bisher 17 Schlösser, die dem Verein angehören, haben zusammen rund eine Million Besucher pro Jahr. Das Echo auf den Verein ist sehr gut, weitere Schlösser werden beitreten.

«Ich kann mir gut vorstellen, dass wir einmal 30 oder gar 40 Mitglieder haben», sagte Jörn Wagenbach, der den Verein präsidiert. Aus dem Aargau sind die vier Schlösser Lenzburg, Wildegg, Hallwyl und Habsburg dabei.

Als möglicher Aargauer Kandidat sieht Wagenbach auch das private Schloss Wildenstein, dessen umfassende Renovation bald abgeschlossen sein wird. Zu den Vereinsmitgliedern gehören etwa auch das Schloss Chillon, die Castelli di Bellinzona oder das Schloss Arenenberg.

Strenge Qualitätskriterien

Die Schlösser, die sich dem Verein anschliessen, bezahlen einen Mitgliederbeitrag von 10 000 Franken. Für die Aufnahme gelten strenge Qualitätskriterien.

So muss die Geschichte des Schlosses oder der Burg erlebbar sein und aktiv vermittelt werden, die Zusammenarbeit soll langfristig erfolgen und das Schloss oder die Burg darf nicht einen rein wirtschaftlichen Zweck verfolgen.

«In der Schweiz kannte man bisher den Schlössertourismus nicht», erklärte Wagenbach. «Wir möchten gemeinsam mit Partnern ein Gesamterlebnis bieten.»

Als Partner dabei ist Schweiz Tourismus, mit Rail Away finden Kooperationsgespräche statt. Zurzeit erarbeite der Verein die ersten gemeinsamen Angebote, sagte Wagenbach.

Geplant sind ein Familienprogramm mit Suchspiel und ein nationaler Schlössertag. Aber auch die gemeinsame Website www.dieschweizerschloessser.ch ist seit heute aufgeschaltet.

Als bisher einziges Schloss im Kanton Zürich ist die Kyburg Mitglied im Verein. Museumsleiter Ueli Stauffacher erklärte, für ihn gebe es drei triftige Gründe für die Mitgliedschaft.

Erstens sei dies der nationale Werbeeffekt, zweitens könne man endlich Synergien nutzen, etwa bei Ausstellungen. Drittens sei der intensive Austausch unter den Schlössern sehr wertvoll.