Bike-Cup Gränichen

Verdreckte Lokalmatadoren zeigen sich weltmeisterlich

Während des Hauptrennens am Sonntag prasselte ein Gewitterregen auf die Fahrer. Doch das Wetter konnte den Bike-Cup nicht stoppen. Die Mountainbike-Rennen gewannen die beiden Favoriten.

Mit Nino Schurter und Jolanda Neff gewannen die beiden Favoriten das zum Swiss Bike-Cup zählende Mountainbike-Rennen von Gränichen. Während die Siege des amtierenden Weltmeisters und der amtierenden Europameisterin nicht überraschend kamen, war es doch unerwartet, dass im Rennen der Elite die Lokalmatadoren Vogel und Stirnemann es waren, die den Weltmeister forderten.

Während des Hauptrennens vom Sonntagnachmittag prasselte ein Gewitterregen während des ganzen Rennens auf die Fahrer nieder. Gleichwohl blieb das Rennen spannend bis zum Schluss. Erst auf der zweitletzten von sechs Runden konnte sich der amtierende Weltmeister Nino Schurter von Lokalmatador Florian Vogel lösen und das Rennen für sich entscheiden.

Florian Vogel wollte in Gränichen unbedingt gewinnen: «Ich habe eine auf den RC Gränichen lautende Lizenz, wohne jedoch schon lange nicht mehr in der Region. Der Heimvorteil war deshalb eher mentaler Art. «Viele Leute erkannten mich und spornten mich an.» Das schien Vogel, der vor 21 Jahren als Knirps in Gränichen sein erstes Bike-Rennen bestritten hatte, zu beflügeln.

Vogel hielt lange Schurters Tempo

Der seit vielen Jahren in Jona SG lebende Aargauer vermochte auf jeden Fall dem amtierenden Weltmeister die Stirn zu bieten. Vogel hielt das Tempo von Schurter bis in die zweitletzte Runde mit. Dann unterlief ihm ein folgenschwerer Fehler: «In einer Abfahrt rutschte mir das Vorderrad weg. Ich verlor etwas Zeit, was von Schurter sofort ausgenutzt wurde. Er griff an und war weg.» Nachdem Vogel an den letzten beiden Weltcup-Rennen wegen Krankheit nicht auf Touren gekommen war, freute er sich gleichwohl über den zweiten Rang: «Ich habe damit bewiesen, dass ich weiterhin auf höchstem Niveau mithalten kann.»

Auch dass es gerade beim Start des Hauptrennens wie aus Kübeln zu regnen begann und die sternförmige Strecke rund um die Kiesgruppe in einen teilweise schlammigen Rundkurs verwandelt wurde, konnte Vogel nicht stoppen: «Ich fahre zwar auch lieber bei schönem Wetter. Allerdings macht mir auch ein Schlammrennen, wie es Gränichen letztendlich war, nichts aus. Das hat mir richtig gefallen.»

Sieger Nino Schurter zeigte sich angesichts der unwirtlichen Verhältnisse ein bisschen zurückhaltender: «Ich habe zwar gewonnen. Aber das Rennen war an der Grenze, das Material litt sehr darunter». Das führte dazu, dass die Rennfahrer die in der technischen Zone erhaltenen Bidons nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Abspritzen von Schaltung und Kette benutzten. «Hätten wir nicht zu diesem Trick gegriffen, wären die Räder nicht mehr rund gelaufen», so Nino Schurter.

Am Schluss lag Schurter zwölf Sekunden vor Vogel und 38 vor dem seit kurzem in Schönenwerd lebenden Reto Indergand. Mit Matthias Stirnemann landete gleich dahinter ein weiterer Lokalmatador auf dem vierten Rang: «Mein Ziel war es, mindestens so gut zu sein wie meine Startnummer. Diese trug eine fünf. Dass ich Vierter wurde, zeigt dass ich noch näher zur nationalen Spitze gekommen bin.» Obwohl das Rennen von Gränichen international ausgeschrieben war, landeten auf den ersten elf Plätzen ausnahmslos Schweizer.

Doppelsieg bei den Frauen

International etwas besser sah es bei den Frauen aus. Die beste Ausländerin, Ex-Weltmeisterin Gunn-Rita Dahle, schaffte es als Dritte immerhin aufs Podest. Allerdings konnte sie den Schweizer Doppelsieg durch Jolanda Neff und Linda Indergand nicht verhindern. Neff fuhr ein überlegenes Rennen und hatte am Schluss mehr als zwei Minuten Vorsprung: «Zu Beginn hatte ich einen kleinen Ausrutscher. Aber schon bald war ich alleine in Front.» Die Europameisterin, die auch im Weltcup führt, fuhr in der Folge einen ungefährdeten Sieg heraus. Kathrin Stirnemann (Gränichen) und Esther Süess (Küttigen) kamen als beste Einheimische auf die Ränge acht und neun.

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