Lärm
Verdeckte Messung: sechs von neun Veranstaltungen im Aargau zu laut

Der Aargau ist bei verdeckten Schallmessungen an Veranstaltungen in zwei Dritteln der Fälle auf Grenzüberschreitungen gestossen. Von neun kontrollierten Veranstaltungen waren sechs zu laut, an dreien wurde zudem kein Gehörschutz angeboten.

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Bei Veranstaltungen werden oft die Lärmpegel überschritten. (Symbolbild)

Bei Veranstaltungen werden oft die Lärmpegel überschritten. (Symbolbild)

Die Abteilung für Umwelt (AfU) führte zwischen November 2011 und März 2012 in Clubs und an Partys Lärm-Kontrollen durch, wie aus dem Informationsbulletin «Umwelt Aargau» hervorgeht. Über die Dauer von einer Stunde gilt ein Höchstmass von 100 Dezibel. Unter Party sind Veranstaltungen ausserhalb von Clubs oder einmalige Anlässe meist von Vereinen organisiert, zu verstehen.

Ein momentaner Maximalpegel darf zudem einen Wert von 125 Dezibel nicht überschreiten. Veranstalter, die einen Anlass planen, der vermutlich lauter als 93 Dezibel werden wird, müssen diesen bei den lokalen Behörden anmelden und kostenlos einen Gehörschutz abgeben.

Aus den Messungen lasse sich ableiten, dass grosse und professionell organisierte Clubs die Schall- und Laser-Verordnung (SLV) mehr oder weniger «im Griff» haben, heisst es im Fazit des Berichts.

Kontrollsysteme versagten

Diese Clubs verfügten über eigene Kontrollmesssysteme. Allerdings hätten die Messungen auch gezeigt, dass die Kontrollsysteme einiger Clubs versagten und sich das Publikum fälschlicherweise in «akustischer Sicherheit» wiegte. «Wenn ein solches Gerät nicht richtig geeicht ist, ist die Dezibel-Anzeige falsch und die Lautstärke kann somit leicht überschritten werden», erklärt Heiko Loretan, Leiter der Sektion Luft und Lärm des Afu.

Eine weitere Ursache für Lärmüberschreitungen sieht Loretan darin, dass an den Partys oft leistungsstarke Anlagen verwendet würden, doch unter Umständen würden die Veranstalter die gesetzlichen Grundlagen nicht kennen oder die Anlagen würden falsch überwacht.

«Es gibt Veranstalter, die sich überhaupt nicht um die gesetzlichen Grundlagen kümmern, das ist aber die Ausnahme», ergänzt er.

Einzelne Strafanzeigen laufen

Gegen einige der kontrollierten Veranstaltungen laufen Strafanzeigen wegen Widerhandlungen gegen das Umweltschutzgesetz und die SLV. Bei der gröbsten Übertretung - einem einmaligen Event - wurde der Grenzwert rein rechnerisch um Faktor 46 überschritten. Das AfU empfiehlt generell, einen Gehörschutz zu tragen, wenn es zu laut ist. (SDA/CFÜ)

Verdeckte Kontrollmessungen von November 2011 bis März 2012:

Die eigenen Lärmmessungen der Clubs (LAeq 1h Lokal) sind von unterschiedlicher Qualität. Stimmen sie in einigen Lokalen recht gut mit den Messungen der Abteilung für Umwelt überein (Messungen 4 und 6), weisen andere Diskrepanzen von bis zu 7 dB(A) auf (Messung 9). In solchen Fällen nützt die lokalinterne Überwachung nichts.
Fett markierte Zahlen: Überschreitung des LAeq von 100 dB(A) (Tabelle: AfU)