Verantwortlich ist der Veranstalter

Fabian Hägler
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Eigenverantwortung ist einer der wichtigsten Grundsätze der SVP – auch von Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati. Aber kann der Regierungsrat mit diesem Schlagwort rechtfertigen, dass er das Corona-Podium am Freitag in Aarau trotz klarer Verstösse gegen die Abstandsregeln nicht abbrechen liess? Hat er damit gar die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet und muss nun zurücktreten, wie es die Juso fordern?

Jean-Pierre Gallati muss sich die Frage gefallen lassen, ob es richtig war, dass er beim Podium eine Grussbotschaft hielt. Der Gesundheitsdirektor gab so dem Anlass einen offiziellen Anstrich, obwohl diverse Vertreter fragwürdiger Positionen auftraten. Aber hätte man den Anlass abbrechen müssen, weil sich mehrere hundert Personen auf engem Raum aufhielten und keine Masken trugen? Dieser Entscheid liegt nicht beim kantonalen Gesundheits­direktor, sondern bei der Polizei.

Verantwortlich dafür, dass ein Anlass gemäss den Coronavorschriften durchgeführt wird, sind die Veranstalter. Ziel des Podiums war laut Flyer, «der Bevölkerung die Gelegenheit zu geben, ihre Fragen zu stellen und sich eine objektive Meinung zu bilden». Dass eine Diskussion mit kontroversen Standpunkten stattfindet, ist grundsätzlich zu begrüssen. Der Anlass muss aber so durchgeführt werden, dass auch Leute teilnehmen können, die Corona als Gefahr anschauen. Gallati rief die Besucher auf, die Abstandsregeln einzuhalten. Einen ähnlichen Aufruf der Veranstalter gab es während der ganzen zweistündigen Veranstaltung nicht.

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