Im Technikraum im Gefängnis Lenzburg laufen alle Fäden zusammen. Er ist die Sicherheitszentrale. Hier werden Alarme, vom Notruf bis zum Feueralarm, verarbeitet und über 100 Kameras überwacht. Rund um die Uhr, sieben Tage pro Woche. Seit 1986. Damals wurde der Technikraum in Betrieb genommen und hat sich bis heute, zumindest baulich, nicht verändert.

Zwar wurde die technische Infrastruktur stetig erweitert. Aber die meisten Videokameras, die heute das Areal überwachen, sind bereits wieder mehr als 15 Jahre alt und haben ihren Lebenszyklus überschritten. Die Technologie ist so veraltet, dass regelmässig Monitore ausfallen oder Ersatzteile nicht erhältlich sind. Zudem hat der Raum seine Kapazitätsgrenzen erreicht.

Bund trägt einen Teil der Kosten

Er soll deshalb ersetzt und die Infrastruktur für die Videoüberwachung modernisiert werden. Für 2,5 Millionen Franken. In einer Botschaft an den Grossen Rat beantragt der Regierungsrat den entsprechenden Verpflichtungskredit.

Der Kanton Aargau muss die Kosten allerdings nicht alleine tragen. Der Bund beteilige sich in der Regel bei Instandsetzungskosten mit einem Beitrag von 35 Prozent, schreibt die Regierung in ihrer Botschaft.

Künftig sollen «intelligente» Videokameras eingesetzt werden, deren Signale erst dann auf die Monitore aufgeschaltet werden, wenn im überwachten Bereich etwas passiert – die Kamera etwa eine Bewegung registriert. Für den Mitarbeiter hat dies den Vorteil, dass er nicht gleichzeitig 20 oder mehr Bilder kontrollieren muss, weniger Monitore braucht und effizienter arbeiten kann.

Ausserdem könne dank der neuen Technologie die Sicherheit für Mitarbeiter und Bevölkerung erhöht werden. Der neue Technikraum befindet sich nicht am gleichen Ort wie der alte. Er kommt in die alte Duschanlage. Dieser etwas grössere Raum wurde im Anschluss an die Zellensanierung im Jahr 2016 frei und bietet Platz genug für künftige Erweiterungen.

«Nur minimale Ausfallzeiten»

Dass die Sicherheitszentrale an einen neuen Ort kommt, hat zudem den Vorteil, dass die neue Anlage parallel zur bestehenden Anlage aufgebaut und in Betrieb genommen werden kann. Der Regierungsrat geht deshalb davon aus, dass sie «ohne grössere Beeinflussung des Betriebs realisiert werden kann».

Anders als bei einem Umbau, bei dem das Gefängnis Lenzburg wohl mehrere Wochen auf die Sicherheitstechnik hätte verzichten müssen, entstehen laut Regierung dank des neuen Standorts «nur minimale Ausfallzeiten der Sicherheitstechnik beim Umschalten vom alten zum neuen Technikraum».

Laut Zeitplan der Regierung soll der neue Technikraum im vierten Quartal 2019 bezogen werden. Bis Mitte 2018 wird der Grosse Rat über den Verpflichtungskredit entscheiden, danach folgen Ausschreibungen und Ausführung.