Aarau

Veganer demonstrieren gegen Massentierhaltung und Schlachtung – «Ich esse trotzdem meinen Cervelat»

"Anonymous" im Kampf gegen Massentierhaltung

"Anonymous" im Kampf gegen Massentierhaltung

In Aarau haben Tierrechtsaktivisten eine Kundgebung gegen Massentierhaltung und Schlachtung veranstaltet. Ganz lautlos, aber mit brutalen Videos. Die Passanten reagierten unterschiedlich.

Mit grinsenden Guy Fawkes Masken stehen die «Anonymous»-Aktivisten still im Viereck, in einem sogenannten «Cube», im Hintergrund leise, klassische Töne. Rundherum sprechen sie Passanten auf das Thema Veganismus an.

Diese reagieren unterschiedlich. «Die können das von mir aus schon machen», sagt ein älterer Herr zu «TeleM1». «Ich esse trotzdem meinen Cervelat.» Einem anderen Passanten gefällt die Aktion, man müsse sie aber noch vergrössern. Vegan essen werde er aber trotzdem nicht. «Ich finde es gut, dass man darauf aufmerksam macht, wie Tierschlachtungen ablaufen», sagt eine junge Frau.

Die Demonstranten sagen kein Wort. Mit den brutalen Videos, die sie auf ihren Laptops zeigen, wollen sie aufrütteln. «Das ist nicht mehr human», sagt Selina Graf, die Organisatorin von «Anonymous for the Voiceless». Auch wenn man glaube, hier in der Schweiz seien die Tierschutzgesetze gut genug. «Diese sind aber leider nicht zufriedenstellend», sagt sie.

Die Bewegung «Anonymous for the Voiceless» ist international. Die Videos würden aber alle Szenen aus der Schweizer Massentierhaltung und Schlachthöfen zeigen, sagen die Aktivisten. Christoph Hagenbuch, Vizepräsident des Bauernverbandes Aargau, hält wenig von den reisserischen Videos. Sie würden ein verzerrtes Bild zeigen, sagt er dem Regionalsender.  

«In der Schweiz von Massentierhaltung zu reden, finde ich etwas weithergeholt. Wir haben eine Höchstbestandsverordnung.» Diese schreibe vor, dass ein Bauer höchstens 18‘000 Legehennen oder höchstens 1500 Mastschweine haben dürfe. Im Ausland seien die Bestände um einiges höher. «Das ist schon Massentierhaltung, bei der man wirklich geteilter Meinung sein darf, ob das Sinn macht oder nicht.» (sga)

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