Es spreche nichts dagegen, dass das Strassennetz unterhalten werde, hingegen würden die geplanten Investitionen von 99 Millionen Franken in den Neubau und die Umgestaltung von Strassen zeigten, dass der Kanton eine «verfehlte Strassenpolitik» verfolge. «Wer Strassen sät, wird Verkehr ernten», schreibt der VCS in der Medienmitteilung. 51 Strassenbau-Projekte will der Kanton dieses Jahr in Angriff nehmen.

Die Ausbau-Offensive stehe in krassem Widerspruch zur Mobilitätsstrategie, die der Grosse Rat vor wenigen Monaten beschlossen habe. Diese sieht vor, dass der Anteil des Strassenverkehrs abnehmen soll, zugunsten der umweltfreundlicheren Fuss- und Veloverkehr sowie dem öffentlichen Verkehr. 

VCS will Temporeduktion statt Wände

Für Lärmsanierungsmassnahmen werden dieses Jahr 15 Millionen Franken verwendet, schreibt der VCS. «In den geplanten Projekten werden jeweils Lärmschutzwände verbaut.» Zudem arbeite der Aargau viel mit den «sehr teuren und schnell an Wirkung verlierenden» Flüsterbelägen. «Dabei gäbe es eine viel effizientere, einfachere und kostengünstigere Massnahme um den Lärm an der Quelle, wie es die Lärmschutzverordnung vorsieht, zu bekämpfen: Temporeduktionen.»

Etwas Lob hat der VCS Aargau dann doch noch für den Kanton übrig: Ins Radtourennetz sind Investitionen von 7 Millionen Franken geplant. Damit sollen vier Projekte realisiert werden. «Das ist immerhin ein Anfang.» Mit diesem Tempo werde das Velo aber nicht schnell genug zu einer attraktiven Alternative, findet der VCS, und fordert vom Kanton mehr Engagement.