Herr Hofmann, die SVP lehnt die Hightech-Vorlage ab. Die Partei argumentiert, es gebe genug private Beratungsfirmen.

Urs Hofmann: Die Erfahrung zeigt, dass die KMU mit ihren Innovationsideen nicht zu Beratungsfirmen gehen, weil sie einerseits nicht wissen, ob diese die erforderlichen Kompetenzen haben und anderseits auch die Kosten scheuen. Deshalb braucht es eine neutrale, unabhängige Beratung, die ein sehr breites Spektrum abdeckt und ein vorzügliches Netzwerk zu Forschungs- und Bildungsinstitutionen hat. Die Nachfrage zeigt, dass das Angebot auch wirklich bei den KMU ankommt.

Die SVP sagt auch Nein, weil die Bilanz des Hightech-Zentrums noch kleiner als die von Greater Zurich Area sei, die der Aargau vor Jahren gekündigt hat.

Bei der Mitgliedschaft bei Greater Zurich Area war damals der Erfolg aus Aargauer Sicht nahezu Null. Das ist beim Hightech Zentrum offenkundig anders. Es gibt aber Parteien, die sind zum vornherein gegen etwas und lassen sich durch nichts von ihrer Meinung abbringen, auch nicht durch die positive Beurteilung in einem externen Bericht. Wir sind überzeugt, dass Hightech Aargau dazu beiträgt, unseren Kanton voranzubringen. Es ist jetzt am Grossen Rat, zu entscheiden.

Die Kasse des Kantons ist leer. Wie ist da ein Kredit für das Hightech Zentrum zu vertreten?

Der Kanton Aargau hat letztes Jahr 80 Millionen Franken weniger Steuern eingenommen als budgetiert, davon 60 Millionen von Unternehmen. Auch die Entwicklung des BIP war im Aargau in den letzten Jahren weit unterdurchschnittlich. Wir wissen, dass der Aargau bei der Innovation stärker werden muss. Er muss seinen KMU bestmögliche Kontakte vermitteln, damit sie an Forschungsgelder herankommen, noch bessere Produkte produzieren, neue Arbeitsplätze schaffen, mehr Gewinne erwirtschaften und letztlich mehr Steuern zahlen können. Es wäre das Dümmste, im jetzigen Umfeld die Hände in den Schoss zu legen, und auf mehr Finanzausgleich zu hoffen, weil sich andere Kantone schneller weiterentwickeln. (MKU)

30 Millionen für Hightech Aargau

30 Millionen für Hightech Aargau

Der Regierungsrat möchte in diese Innovationsförderung rund 30 Mio. Franken investieren. Hightech Aargau unterstützt Unternehmen mit Innovationen.