Kommentar

Urs Hofmann: Ein souveräner Regierungsrat tritt zurück – er hätte auch Bundesrat gekonnt

Urs Hofmann punktete stets durch hohe Sachkompetenz. Er hätte wohl auch als Bundesrat reüssiert.

Urs Hofmann punktete stets durch hohe Sachkompetenz. Er hätte wohl auch als Bundesrat reüssiert.

Der abtretende Regierungsrat Urs Hofmann war ein Politiker mit klassischem Hintergrund. Mit hoher Sachkompetenz verschaffte er sich als Sozialdemokrat Respekt in einem bürgerlichen Kanton. Der Kommentar von Mathias Küng.

Der aargauische Justiz-, Polizei- und Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann tritt im Herbst nicht mehr für die Regierungsratswahlen an. Er engagiert sich seit 38 Jahren in der Politik, begann einst als SP-Einwohnerrat in Aarau, wurde später Stadtrat, Vizeammann und Grossrat.

Diesen präsidierte er 1999. Im selben Jahr wurde er Nationalrat. 2008 schaffte er den Sprung in die Regierung, übernahm als Jurist das Justizdepartement, behielt es, und wurde zweimal souverän wiedergewählt.

Hofmann machte also die klassische politische Ochsentour. Man kann es auch anders formulieren: Er kennt alle drei Staatsebenen aus eigener Anschauung, und weiss, wie schwierig es für einen Sozialdemokraten und Gewerkschafter in einem mehrheitlich bürgerlich wählenden Kanton ist, eigene Anliegen durchzubringen.

Hofmann blieb sich selbst treu, machte aber dort Kompromisse, wo ihm der Preis nicht zu hoch erschien, und brachte so als Realpolitiker etliche gewichtige Vorlagen durch, etwa den neuen Finanzausgleich.

Den Rollenwechsel vom Legislativ- zum Exekutivpolitiker schaffte er problemlos, verschaffte sich Respekt durch hohe Sachkompetenz und Authentizität. In der Regierung mauserte er sich zum starken Mann. 2010 war er gar als möglicher Bundesratskandidat im Gespräch. Damals war allerdings eine Bundesrätin gefragt. Wäre er gewählt worden, darf man guten Gewissens behaupten: Auch als Bundesrat hätte er reüssiert.

Die politische Karriere von Urs Hofmann in Bildern

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1