Euro-Kurs
Urs Hofmann befürchtet Rosskur für viele Aargauer Exportfirmen

Der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann ist überrascht über die Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Er befürchtet «gröbere Schwierigkeiten» für die Aargauer Exportfirmen, sollte sich der Euro-Kurs nicht mindestens bei 1.10 Franken einpendeln.

Mathias Küng
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Urs Hofmann hofft, dass sich der Euro nach den ersten Ausschlägen auf mindestens 1.10 Franken oder gar höher einpendeln wird.

Urs Hofmann hofft, dass sich der Euro nach den ersten Ausschlägen auf mindestens 1.10 Franken oder gar höher einpendeln wird.

Aargauer Zeitung

Landammann und Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann ist vom Entscheid der Nationalbank genauso überrascht wie die Wirtschaft. Er verweist auf die grosse Bedeutung der Exportfirmen in der Elektro-, Maschinen- und Metallindustrie für den Aargau, vor allem auch KMU, die einen grossen Teil ihrer Produkte in den Euro-Raum exportieren. Er hofft, dass sich der Euro nach den ersten Ausschlägen auf mindestens 1.10 Franken oder gar höher einpendeln wird. Sonst befürchtet er «gröbere Schwierigkeiten» für die Exportfirmen.

Hofmann gibt deshalb seiner Erwartung Ausdruck, dass die Nationalbank auch ohne definierten Mindestkurs weitere Massnahmen ergreifen würde, falls es auch mittelfristig zu einer übermässigen Aufwertung des Frankens käme. Zu erwarten ist laut Hofmann im Grenzkanton Aargau wohl auch, dass der Einkaufstourismus weiter zunehmen werde.

Sollte der Euro bei 15 Prozent minus wie am Donnerstagmittag stehen bleiben, hätte dies laut Hofmann für viele Exportfirmen eine eigentliche «Rosskur» zur Folge. Da sich die Unternehmen zwischenzeitlich mit einem Mindestkurs von 1.20 abgefunden hätten, wäre die Situation immerhin nicht so dramatisch wie 2011, als der Euro in kurzer Zeit von über 1.35 auf 1 Franken abgestürzt war.

Urs Hofmann gibt aber zu bedenken, dass die Margen der Exportfirmen in den letzten Jahren aus Währungsgründen gesunken sind und auch weniger Rückstellungen gemacht werden konnten. Sollten also Firmen, um im Export konkurrenzfähig zu bleiben, ihre Kosten nochmals um 15 Prozent senken müssen, wäre dies sehr schwierig.

Die Auswirkungen auf die einzelnen Unternehmen würden natürlich auch davon abhängen, wie viele Rohstoffe oder Zulieferprodukte sie aus dem Euroraum beziehen, die parallel dazu entsprechend günstiger eingekauft werden könnten.

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