Unwetter im Aargau
Unwetterbilanz: 60 Liter pro Quadratmeter +++ 400 Feuerwehr-Einsätze +++ über 5 Mio. Schadenssumme

Das Unwetter führte am Mittwoch im Aargau zu über 400 Einsätzen von Feuerwehrkräften. In Hägglingen führten die Wassermassen zu einem Hangrutsch. Bei der Gebäudeversicherung läuft die Helpline auch am Donnerstagmorgen heiss.

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In Othmarsingen schlug das Unwetter besonders stark zu. Ein Anwohner trägt verdreckte Gegenstände aus seinem Haus.
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Die Wassermassen haben heftig gewütet – so manches Hab und Gut wanderte in die Abfallmulde.
Zahllose Keller wurden überflutet.
Das grosse Aufräumen nach dem Unwetter

In Othmarsingen schlug das Unwetter besonders stark zu. Ein Anwohner trägt verdreckte Gegenstände aus seinem Haus.

Fabio Baranzini

Das Unwetter im Aargau führte zu massiven Schäden. Das Ereignis im Überblick:

Bei der Aargauer Gebäudeversicherung (AGV) läuft wegen des Unwetters die Helpline heiss. Die Versicherten melden Schäden an Gebäuden und Mobiliar. Dies erklärt der Leiter Gebäudeversicherung Peter Schiller auf Anfrage. Bis Donnerstag 17 Uhr sind 540 Schadensmeldungen eingegangen, so Schiller. Die Schadenssumme betrage über fünf Millionen Franken. Auf circa fünf Millionen werden Überschwemmungsschäden geschätzt, auf circa 600'000 Franken jene durch Rückstau aus Kanalisation und Grundwasser.

Die Aargauer Gebäudeversicherung ist im Schadensfalle über die Nummer 0848 836 800 erreichbar.

Der Starkregen einer Gewitterfront führte am Mittwoch im Aargau zu über 400 Einsätzen von Feuerwehren, 48 Feuerwehren waren aufgeboten. Vereinzelt rückte auch der Zivilschutz aus. In den meisten Fällen handelte es sich um Meldungen von vollgelaufenen Kellern, wie die Kantonspolizei Aargau am Donnerstagmorgen mitteilt.

Die Feuerwehr stand bis spät in der Nacht im Einsatz. Personen wurden durch das starke Untwetter nicht verletzt.

Am prekärsten war die Situation in Dottikon, Hendschiken und Othmarsingen. In diesen Gemeinden ist die Feuerwehr auch am Donnerstag noch im Einsatz und pumpt zahlreiche Keller leer.

Unwetter sorgen im Aargau für Überschwemmungen Ein Mann läuft mit einer Schaufel auf einer überfluteten Strasse in Dottikon.
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Eine überflutete Strasse in Dottikon.
Eine überflutete Strasse in Dottikon.
Unwetter sorgen im Aargau für Überschwemmungen Eine Autofahrerin durchquert eine überflutete Strasse in Lenzburg.
Der Gehrenweg in Möriken hat sich in einen reissenden Bach verwandelt.
Der Gehrenweg in Möriken hat sich in einen reissenden Bach verwandelt.
Der Gehrenweg in Möriken hat sich in einen reissenden Bach verwandelt.
 Die Bachstrasse in Dottikon ist effektiv zu einem Bach geworden. Die Wassermassen flossen von da über eine angrenzende Liegenschaft hinunter auf die Wohlerstrasse.
 Die Bachstrasse in Dottikon ist effektiv zu einem Bach geworden. Die Wassermassen flossen von da über eine angrenzende Liegenschaft hinunter auf die Wohlerstrasse.
 Die Bachstrasse in Dottikon ist effektiv zu einem Bach geworden. Die Wassermassen flossen von da über eine angrenzende Liegenschaft hinunter auf die Wohlerstrasse.
 Auf der Kreuzung Bahnhofstrasse/Wohlerstrasse stand das Wasser knöcheltief.
 Bahnhofstrasse unterhalb des Knotens Wohlerstrasse
 Auf dem Vorplatz vor der Bäckerei Wirth an der Bahnhofstrasse stand das Wasser einen halben Meter hoch.
 Überflutete Bahnhofstrasse im Bereich des Gemeindehauses.
 Bahnhofstrasse
 Bahnhofstrasse
 Sternenkreuzung, zeitweise war nichts mit Grün, das Wasser versperrte den Weg
 Hägglingerstrasse
 Sternenkreuzung
 Kreuzung Hendschikerstrasse/Mitteldorfstrasse
 Hägglingerstrasse
 Überflutete Felder bei der Firma Rosenhuber
 Hägglingerstrasse
 Überflutete Felder bei der Firma Rosenhuber
 Um das Grundwasserpumpwerk zu schützen, musste mit Baumaschinen ein Wall erstellt werden
 Überflutete Felder bei der Firma Rosenhuber
 Überflutete Felder bei der Firma Rosenhuber
 Überflutete Felder bei der Firma Rosenhuber
 Überflutete Felder bei der Firma Rosenhuber
 Die Bünz zwischen Dottikon und Hendschiken blieb noch knapp in ihrem Bett
 Die Bachstrasse ist zum Bach geworden
 Die Bünz vermochte die Wassermassen nur knapp zu schlucken
 An der Bachstrasse
 Überschwemmte Liegenschaft zwischen Bachstrasse und Wohlerstrasse
 Überschwemmte Liegenschaft zwischen Bachstrasse und Wohlerstrasse
 Überschwemmte Liegenschaft zwischen Bachstrasse und Wohlerstrasse
 Wohlerstrasse
 Überschwemmte Liegenschaft zwischen Bachstrasse und Wohlerstrasse
 Überschwemmte Liegenschaft zwischen Bachstrasse und Wohlerstrasse
 Wohlerstrasse
 Wohlerstrasse
Überschwemmte Bäckerei in Dottikon
Überschwemmte Bäckerei in Dottikon
Überschwemmte Bäckerei in Dottikon

Unwetter sorgen im Aargau für Überschwemmungen Ein Mann läuft mit einer Schaufel auf einer überfluteten Strasse in Dottikon.

Keystone/Ennio Leanza

Auch in Hägglingen sorgte das Unwetter für zahlreiche Feuerwehreinsätze. Innerhalb einer Stunde gingen beim Stützpunkt in Hägglingen rund 40 Meldungen über überflutete Keller ein. Mehrere Strassen sind unterspült worden, mussten gesperrt und gesichert werden. Wegen des stark gesättigten Bodens rutschte an der Gemeindegrenze ein Hangabschnitt Richtung Wohlenschwil ab. Die betroffene Strasse musste gesperrt werden und wird derzeit geräumt.

Auch im Bahnverkehr kam es am frühen Abend zwischen Lenzburg und Othmarsingen auf der Linie Aarau-Zürich zu Behinderungen. Der Streckenabschnitt war nur beschränkt befahrbar. Gemäss SBB führte dies zu Verspätungen sowie Zugausfällen und Umleitungen.

In Stetten im Aargauer Reusstal fielen gemäss SRFMeteo innerhalb von drei Stunden 60 Millimeter Regen. Das sei für die Kanalisationen natürlich zu viel gewesen. In der Folge wurden zahlreiche Keller überschwemmt und Strassen überflutet, so die Kantonspolizei Aargau weiter.

Beim Brand einer Scheune im Ortsteil Küngoldingen in Oftringen am Mittwochnachmittag entstand ein Sachschaden von mehreren hunderttausend Franken. Die Kantonspolizei hat die Ermittlungen zur Klärung der Brandursache aufgenommen. Vermutlich war ein Blitzeinschlag die Ursache für den Brand.

Am Mittwochnachmittag war die Gemeinde Trimbach im Niederamt am stärksten betroffen. Von dort wurden 15 Schäden gemeldet. Ab 16.30 Uhr zog das Gewitter dann weiter und beschäftigte bis Mitternacht die Feuerwehren im Schwarzbubenland. Allein aus Büren und Nuglar St. Pantaleon gingen 42 Schadensmeldungen ein.

Noch keine Auswirkungen auf Früchte und Gemüse

Für die Gemüseproduzenten ist das aktuelle Wetter zwar unangenehm, die Lage aber noch nicht tragisch. "Wir hatten einen schlechten Start mit langem Bodenfrost und jetzt kommt noch der Regen dazu", erklärte Valerie Maertens vom Verband Schweizer Gemüseproduzenten. Bis jetzt könnten die Produzenten aber mit der Situation leben. Es gebe keine Berichte über grössere Verluste.

Auch bei der Obstproduktion sind keine Konsequenzen des schlechten Wetters zu spüren. Die Mengen und die Qualität seien gut, sagte der Sprecher des Schweizer Obstverbandes, Josef Christen auf Anfrage. Zum Glück gebe es immer wieder trockene Perioden, während derer der Boden abtrocknen könne.

Auch für die derzeit reifenden Erdbeeren seien die aktuellen Temperaturen gar nicht schlecht. Einzige die Kirschen-Ernte könnte sich leicht verspäten.

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