Grenzgänger

Unterricht in Deutschland: Aargauer Schüler erhalten einen Passierschein - oder lernen weiter zuhause

Es ist auch weiterhin möglich zuhause zu lernen für die Aargauer Schülerinnen und Schüler, welche in Deutschland zur Schule gehen.

Es ist auch weiterhin möglich zuhause zu lernen für die Aargauer Schülerinnen und Schüler, welche in Deutschland zur Schule gehen.

150 Aargauer Schülerinnen und Schüler besuchen Schulen in Deutschland, weil diese näher liegen als diejenigen in Aarau, Baden und Wettingen. Sie sollen auch bei geschlossenen Grenzen am Unterricht teilnehmen können –wenn sie denn wollen.

Die Aargauer Volksschulen gehen am Montag wieder in den Normalbetrieb. Davon sind deutsche Schulen in der südbadischen Nachbarschaft noch weit entfernt. Wie sie mit Corona verfahren, geht indes auch Aargauer an. Auf etwa 150 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene schätzt Hans-Joachim Friedemann, Leiter des Staatlichen Schulamts Lörrach, die Zahl der Schüler mit Wohnsitz Aargau und Schulort Südbaden – 100 Gymnasiasten und 50 Volksschüler. Allein 48 Schüler mit Wohnsitz Aargau, überwiegend Fricktaler, zählt das Bad Säckinger Scheffel-Gymnasium. Mit ein Grund für die relativ hohe Zahl: Über den Rhein haben sie es näher als zu den Kantis Aarau, Baden und Wettingen oder zum Gymnasium Muttenz.

In grenznahen Städten wie Rheinfelden, Bad Säckingen und Waldshut werden derzeit nur Abschlussklassen unterrichtet – in den Volksschulen die Stufen 9 und 10, in den Gymnasien 11 und 12 vor dem Abitur. Aargauer, die diese Stufen besuchen, haben Wahlfreiheit: Anwesend sein oder weiter zuhause lernen. Wer sich in der Coronakrise sicher genug für den Präsenzunterricht fühlt und weitere Wege wegen geschlossenen Grenzübergängen nicht scheut, dem stellt die Schule einen Passierschein aus. Dieser bestätigt den Schulbesuch im Ausland und berechtigt zum Grenzübertritt.

«Seit dem vergangenen Montag, 4. Mai, kommen sechs Schüler mit Wohnsitz Schweiz wieder zu uns», berichtet Bernd Rieckmann, der Leiter des Bad Säckinger Gymnasiums. Auch an vier Lehrpersonen mit Wohnsitz im Aargau seien Passierscheine ausgestellt worden, so der Schuldirektor: «Wir haben alle befragt, ob sie Risikogruppen angehören oder mit Personen in einem Haushalt leben, die gefährdet sind.»

Noch länger keine Wahlfreiheit haben die Aargauer Schüler, die ennet der Grenze die ersten vier Stufen der Grundschule und die Stufen 5 bis 8 an weiterführenden Schulen besuchen. Sie müssen wegen Corona, abgesehen von einer Notbetreuung, noch nahezu alle zuhause bleiben und dort lernen. Das wird sich erst Mitte Juni ändern, wenn wieder sämtliche Klassen anwesend sind. Und auch dann befinden sich deutsche Schulen noch nicht im Normalbetrieb.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1