Vorstoss
Unnatürliche Todesfälle: FDP will Angehörige von Verstorbenen schonen

Eine Motion der FDP-Fraktion beabsichtigt, das Prozedere bei aussergewöhnlichen Todesfällen zu vereinfachen.

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430 aussergewöhnliche Todesfälle sind 2015 im Kanton Aargau bis Ende November gemeldet worden. (Symbolbild)

430 aussergewöhnliche Todesfälle sind 2015 im Kanton Aargau bis Ende November gemeldet worden. (Symbolbild)

Istockphoto

430 aussergewöhnliche Todesfälle sind 2015 im Kanton Aargau bis Ende November gemeldet worden. Gibt es Anzeichen für einen unnatürlichen Todesfall, ordnet die Staatsanwaltschaft eine sogenannte Legalinspektion an. Dazu müssen bis zu fünf Personen anwesend sein: Staatsanwalt, Amtsarzt, Kantonspolizei, Protokollführer und nötigenfalls ein Vertreter der Gemeindebehörden.

In einer Motion bittet nun die FDP-Grossratsfraktion den Regierungsrat, die rechtlichen Grundlagen anzupassen, damit das Verfahren bei der Beurteilung von aussergewöhnlichen Todesfällen vereinfacht werden kann. Ihr Ziel: die Familien von Verstorbenen schonen. «Für viele Angehörige ist die Anwesenheit von zahlreichen offiziellen Personen nach dem Tod eines vertrauten Menschen sehr belastend.» Deshalb schlägt die FDP vor, bei älteren und sehr kranken Menschen, die unbeaufsichtigt sterben, und bei Menschen, die mit Sterbehilfe aus dem Leben scheiden, auf die Anwesenheit der Staatsanwaltschaft und der Kantonspolizei zu verzichten – ihr Einsatz soll nur im Ausnahmefall vom Arzt angefordert werden.

Unbestritten ist für die FDP, dass der Tod jedes Menschen durch eine Ärztin oder einen Arzt festgestellt werden muss und bei Verdacht auf ein Verbrechen zusätzlich zum Arzt die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei gerufen werden müssen. Da es auf nationaler Ebene diesbezüglich keine Vorschriften gibt, ist der Regierungsrat zuständig, die entsprechende Verordnung zu ändern und zu vereinfachen. (SAS)

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