Kantonspolizei

Unmut bei der Kapo: Chef Leupold verbietet Gläschen Wein zum Anstossen

Nach einem dienstlichen Anlass noch ein Gläschen Wein oder ein Bierchen zum Anstossen trinken? Damit ist jetzt fertig bei der Kantonspolizei. Chef Michael Leupold will dadurch Negativschlagzeilen verhindern. Doch die Weisung sorgt für Unmut.

Vor einem halben Jahr trat seine neue Stelle als Chef der Kantonspolizei Aargau an. Was ihm ein Dorn im Auge war: Bisher war es normal, dass sich seine Angestellten bei dienstlichen Anlässen wie Vereidigungen ein Gläschen Wein, ein Cüpli oder ein Bierchen genehmigen durften.

Das ist nun Vergangenheit. An sämtlichen Feierlichkeiten dürfen alle, vom Kadermann bis zum Streifenpolizist, nur noch mit Mineral und Orangensaft anstossen. Laut «Sonntags-Blick» hat Leupold eine entsprechend Weisung verfügt. Er will damit eine strikte Null-Promille-Politik durchsetzen.

Er wolle damit, so die Zeitung, Negativschlagzeilen und Fehlverhalten im Polizeikorps verhindern. Pikant: Hinter vorgehaltener Hand werde er im Korps «Putin» genannt - wegen seiner Mimik.

Kopfschütteln und Diskussionen

Doch das strikte Alkoholverbot sorge im Korps für Unmut. Markus Leimbacher, der Präsident des Verbands Kantonspolizei Aargau (VKA), sagt gegenüber dem «Sonntags-Blick»: «Das hat vor allem bei langjährigen Mitarbeitern für Kopfschütteln und Diskussionen gesorgt.» Man begrüsse zwar eine klare Linie, aber «ein solch striktes Vorgehen goutieren nicht alle». Der Tenor: Ein Gläschen zum Anstossen sollte doch drinliegen.

Michael Leupold wollte gegenüber der Zeitung keine Stellung nehmen. Kapo-Sprecher Roland Pfister sagte dagegen, dass die Polizei eine Vorbildfunktion habe. Ausserdem fänden diese Anlässe während der Dienstzeit statt. «Wir tragen Waffen und sind meistens danach noch mit dem Auto unterwegs.»

Regierungsrat Urs Hofmann, der Chef von Kapo-Chef Leupold, wird wiefolgt zitiert: «Ich kann die klare Weisung nachvollziehen, habe aber auch Verständnis für Mitarbeitende, die zunächst damit Mühe haben.» Er habe Leupold gewarnt, dass er sich mit der Weisung nicht nur Freunde machen werde. «Nach den Vorfällen in diversen Polizeikorps kann die Polizei da aber keine Risiken eingehen.» (pz)

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