Skurril
Unfallwagen von Rafz rollt auf der Strasse durch den Aargau

Nach dem Zugunglück von Rafz transportierten die SBB drei Bahnwagen und eine Lok auf der Strasse durch den Aargau. Weil sie zu stark beschädigt waren, konnten sie nicht auf der Schiene ins Industriewerk Olten zur Reparatur gebracht werden.

Fabian Hägler
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Der Zug unterwegs auf der Siggenthalerbrücke.
3 Bilder
Unfallwagen aus Rafz rollt durch den Aargau
Beim Horentunnel fuhr der Bahnwagen durch den Kreisel.

Der Zug unterwegs auf der Siggenthalerbrücke.

Eliane Rimann

az-Leserin Theresia Berner aus Biberstein staunte nicht schlecht, als sie bei der Einfahrt zum Horentunnel wartete: auf einem Tieflader fuhr ein Bahnwagen vor ihr durch den Kreisel. Auf dem Bild, das sie gemacht hat, sind Schäden am Wagen erkennbar.

SBB-Sprecher Daniele Pallecchi bestätigt auf Anfrage: «Es handelt sich um einen Wagen vom Unglück in Rafz.» Dort waren am Freitagmorgen eine S-Bahn und ein Interregio-Zug seitlich zusammengestossen. Der Lokomotivführer des Schnellzugs wurde schwer verletzt, fünf Passagiere kamen mit leichten Verletzungen davon.

Der beschädigte Wagen wurde laut SBB-Sprecher Pallecchi zur Reparatur ins Industriewerk Olten transportiert.

Doch weshalb erfolgte der Transport auf der Strasse und nicht auf der Schiene? «Dafür ist der Wagen zu stark beschädigt», begründet Pallecchi.

Mit Hilfsrädern – sogenannten Diplori – hätten die SBB den Wagen theoretisch auf der Schiene nach Olten bringen können. «Doch ein Transport bei 20km/h auf dem stark befahrenen SBB-Netz wäre unvernünftig», erklärt Pallecchi.

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