Kulinaargau
Und zum Dessert gibt es ein Stück Ehestandskuchen

Die Landfrauen präsentieren eine 220 Seiten dicke Reise zu den Aargauer Vorratskammern. «Es gibt nichts Besseres, als das, was vor der eigenen Haustüre wächst», findet im Vorwort selbst Landwirtschaftsdirektor und Regierungsrat Roland Brogli.

Erika Lüscher
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Die besten Rezepte aus dem neusten Aargauer Kochbuch
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Felchenröllchen 500 g Felchenfilets mit Zitrone beträufeln, würzen. Kräuterkäse mit 1 EL Rahm glatt rühren, auf Filets verstreichen, einrollen und mit Zahnstocher fixieren. Zwiebel andünsten. 500g Lauch schneiden, mitdünsten, mit 1dl Rahm ablöschen, mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. In Gratinform verteilen, Felchen darauflegen, mit Alufolie verschliessen, bei 180°C 25 Min. garen.
Schweinsbraten auf Rotkraut 1 Kabis in feine Streifen schneiden. 1 kg Schweinsbraten im heissen Öl kräftig anbraten, herausnehmen, würzen. 3 Zwiebeln und 1 Rotkabis andünsten, Schweinsbraten zufügen, mit 3dl Rotwein ablöschen, bei schwacher Hitze 75 Minuten köcheln lassen, Flüssigkeit mit Bouillon ergänzen. 2 Äpfel vierteln, in die Pfanne geben, 20 Minuten köcheln lassen.
Erbsensuppe mit Reis 1 Schalotte würfeln, in Butter andünsten, 60g Langkornreis kurz mitdünsten, mit 1 l Gemüsebouillon aufkochen, 20 Minuten köcheln lassen. 150 g Erbsen in der restlichen Bouillon 3 Minuten köcheln lassen, pürieren, durch ein Sieb streichen. Erbsenpüree zur Reissuppe geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit einem Klecks Schlagrahm und 2 EL gehacktem Kerbel garnieren.

Die besten Rezepte aus dem neusten Aargauer Kochbuch

zvg

«Aargauer Chuchi – Rezepte und Geschichten aus dem Rüebliland»: So heisst das Werk, das gestern an einer Vernissage auf dem Schloss Liebegg vorgestellt wurde und in den Augen Broglis ein «wertvolles Stück Aargauer Kulturgeschichte» ist.

Broglis süsseste Kindheitserinnerungen stammten aus Mutters Küche, erinnerte sich der Fricktaler. «Es sind Gaumenfreuden und Lieblingsmenüs, die uns niemand mehr so gut kocht wie Mutter. Es sind Düfte und Erinnerungen ans Kuchenbacken und Guetzle, an Kartoffelstockberge mit Bratensaucen-Seeli oder ans heimliche Naschen von Kirschenkonfitüre.»

Das 220-seitige Landfrauenkochbuch stellt in einem ersten Teil die Aargauer Produzenten aus allen Kantonsgegenden vor, die jenseits von Massenproduktion in ihren Betrieben eine breite Palette von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln anbauen. Dazu gehören Urdinkel aus Gontenschwil und Oberkulm, Fische eines Berufsfischers vom Hallwilersee, Biogemüse vom Eichberg, Aberdeen Angus Beef aus Niederwil, Eier aus Strengelbach, Kirschen und Kirsch aus dem Fricktal, Essig aus Staufen, Seetaler Rapsöl, Honig aus Schmiedrued-Walde, Käse aus Künten, Wein aus Küttigen und Tiersteiner Bräu.

Das Buch ist eine spannende Entdeckungsreise in die kulinarische und landwirtschaftliche Vielfalt des Kantons Aargau. So hat der Aargauer Braten mit Dörrzwetschgen ein richtiges Comeback erlebt. Und ein echtes Aargauer Menü wird durch eine saftige Rüeblitorte abgerundet. Dazwischen gibt es eine Vielzahl von bekannten, traditionellen oder von Generation zu Generation weitergegebenen Rezepten, die zum Nachkochen einladen, auch wenn ihre regionale Herkunft nicht immer so klar ist wie bei der Fricktaler Schinkenpastete und der Kirschentorte, beim Lenzburger Ehestandskuchen oder bei den süssen Zuzgerli, Freiewiler Möckli oder Seiserli.