Schuldenberg
Umstrittener Arzt: Die Konkurse von Ingo Malm führen zu 9 Millionen Franken Schulden

Seit mehreren Jahren beschäftigt der umstrittene Arzt die Behörden. Mittlerweile hat er einen Schuldenberg von 9 Millionen angehäuft.

Fabian Hägler
Merken
Drucken
Teilen
2011 waren es Vorwürfe von Krankenkassen, er verrechne zu viele Leistungen – im Bild ein Brief von Santésuisse –, heute droht Ingo Malm eine Anklage wegen Betrugs und Urkundenfälschung. Archiv

2011 waren es Vorwürfe von Krankenkassen, er verrechne zu viele Leistungen – im Bild ein Brief von Santésuisse –, heute droht Ingo Malm eine Anklage wegen Betrugs und Urkundenfälschung. Archiv

Fabian Hägler

Seit mehreren Jahren beschäftigt Ingo Malm die Behörden im Aargau – und dies auf verschiedenen Ebenen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den deutschen Arzt wegen des Verdachts auf Betrug, Urkundenfälschung und unerlaubte Berufsausübung. Angezeigt hat ihn das Gesundheitsdepartement, zuvor hatte ihm der Regierungsrat die Berufsausübungsbewilligung entzogen. Schon zweimal mussten sich auch Konkursämter mit Ingo Malm beschäftigen, der gleich mit zwei Praxen pleite ging.

Dies hat drei Grossratsmitglieder vom Mutschellen, wo der Arzt tätig war, zu einem Vorstoss veranlasst. Theres Lepori (CVP, Berikon), Rosmarie Groux, (SP, Berikon) und Gabriel Lüthy (FDP, Widen) wollten vom Regierungsrat unter anderem wissen, wie hoch der Schuldenberg nach Malms erstem Konkurs im Jahr 2014 war. Nun liegt die Antwort vor – und diese zeigt: Aus dem Konkurs resultierte ein Millionenverlust. Das ganze Verfahren dauerte viereinhalb Jahre, laut dem zuständigen Konkursamt resultierte ein Gesamtverlust von 7,275 Millionen Franken.

Steuern nicht bezahlt

Weiter wollten die Grossräte wissen, welche Lösung mit Malm nach dem Konkurs seiner ersten Praxis vereinbart wurde. Der Regierungsrat hält fest, der Schaden sei «durch das Geschäftsgebaren des Schuldners vor Konkurseröffnung» verursacht worden. Das Konkursamt könne nur die noch vorhandenen Vermögenswerte zusammentragen und diese nach den gesetzlichen Vorschriften an die zugelassenen Gläubiger verteilen. «Andere Lösungen können vom Konkursamt in der Zwangsvollstreckung nicht getroffen werden.»

Geschädigt wurden beim Konkurs nicht nur private Gläubigern, sondern auch die öffentliche Hand. Malms Steuerschulden bei Bund, Kanton und Stadt Bremgarten betragen knapp 285 000 Franken, dazu kommen Verluste von gut 12 000 Franken für die kantonale Arbeitslosenkasse, sowie knapp 3000 Franken der Gemeinde Rudolfstetten.

Die Antwort des Regierungsrats zeigt auch, dass Malm seine neue Firma, das Ärztezentrum Mutschellen in Berikon, bereits im Handelsregister eintragen liess, während das Konkursverfahren wegen der Pleite seiner ersten Praxis in Rudolfstetten noch lief. 2014 gründete der Arzt seine zweite Praxis in der Schweiz, am 19. Februar 2018 wurde auch über diese der Konkurs eröffnet. In diesem Konkursverfahren ist laut dem Regierungsrat noch kein Schuldenruf erfolgt. Deshalb kann die Kantonsregierung über die Höhe der Verschuldung noch keine definitiven Angaben machen. Eine erste Schätzung gibt es allerdings: «Es dürften laut Auskunft der zuständigen Amtsstelle bereits Forderungen in der Höhe von ca. 2 Millionen Franken im laufenden Konkursverfahren angemeldet worden sein.»

Somit hat Ingo Malm mit seinen beiden Konkursen bisher einen Schuldenberg von mehr als 9 Millionen Franken angehäuft. Dieser dürfte noch markant anwachsen, wenn der Schuldenruf für die Pleite seiner zweiten Firma, des Ärztezentrums Mutschellen, erfolgt.