Umfahrung Mellingen
Umstrittene Gutachten: lieber auf Nummer sicher gehen

Der Bau der Umfahrung Mellingen lässt auf sich warten – wegen eines nerven- und zeitraubenden Rechtswegs. Hintergrund ist ein Gutachten, das gemäss Verwaltungsgerichts-Entscheid doch noch eingeholt werden muss. Ein Kommentar.

Mathias Küng
Mathias Küng
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Umfahrung Mellingen: 2011 sagte das Volk Ja. (Archiv)

Umfahrung Mellingen: 2011 sagte das Volk Ja. (Archiv)

AZ

Das Volk hat 2011 zur Umfahrung Mellingen deutlich Ja gesagt. Das Reussstädtchen sehnt die Umfahrung herbei. Wer vor Ort sieht, wie sich der Verkehr durch die kleine Altstadt quält und welch unzumutbare Situation sich daraus für Anwohner und Fussgänger ergibt, weiss warum. Deshalb: Je schneller die Umfahrung realisiert wird, desto besser.

Das Volk hat entschieden, jetzt geht es um die Frage, ob die Umfahrung genau wie geplant realisiert werden kann. Kann sein, dass es Anpassungen braucht. Eine von Umweltseite eingebrachte Variante mit einer Untertunnelung der Reuss anstelle der geplanten Umfahrungsbrücke scheint aber abgesehen von den Kosten mit Blick auf das Grundwasser abenteuerlich.

Die Bevölkerung erwartet zu Recht eine rasche Realisierung. Da sind die Fragen des Mellinger Gemeindeammanns Bruno Gretener, warum das Verwaltungsgericht eineinhalb Jahre brauchte, um ein Gutachten der eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission einzufordern, mehr als berechtigt. Nochmals eine andere Frage ist, ob der Kanton trotz positiver Umweltverträglichkeitsprüfung nicht doch von Anfang an ein Gutachten der Kommission hätte in Auftrag geben sollen – auch wenn diese selbst das damals als unnötig erachtete.

Angesichts des jetzigen nerven- und zeitraubenden Rechtsweges sowie der von Anfang an vorgebrachten Einwände der Umweltverbände muss man im Nachhinein sagen: Es wäre besser gewesen. Es empfiehlt sich, dies in künftigen umstrittenen Fällen zu tun, damit auf Nummer sicher zu gehen und letztlich Zeit zu gewinnen.

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