Bildung

Um schlagkräftiger zu werden: Die Weiterbildung Zofingen soll eine Aktiengesellschaft werden

Die Weiterbildung Zofingen soll zu einer Aktiengesellschaft im Besitz der Stadt werden.

Die Weiterbildung Zofingen soll zu einer Aktiengesellschaft im Besitz der Stadt werden.

Bereits heute sind die berufliche Grund- und Weiterbildung in Zofingen klar voneinander getrennt. In Zukunft soll die Weiterbildung in eine AG überführt werden, denn sie müsse flexibel agieren können, wie es von Seiten der Stadt heisst.

Die Berufs- und Weiterbildung Zofingen (BW Zofingen) gehört zu den nichtkantonalisierten Berufsfachschulen im Kanton. Trägerin der Schule ist die Stadt. Das Angebot umfasst die berufliche Grundbildung, die Berufsmaturität – und den Bereich Weiterbildung.

Eine klare Trennung besteht bereits heute. Mit dem Kanton besteht eine Leistungsvereinbarung, welche nur die Grundbildung betrifft. Zudem fordert der Kanton eine strikte Trennung zwischen beruflicher Grund- und Weiterbildung.

«Die BW Zofingen verfolgt diese Trennung schon seit Jahren, beispielsweise durch die vom Kanton geforderten, getrennten Jahresrechnungen von Berufsfachschule und Weiterbildung», schreibt die Stadt Zofingen in einer Mitteilung vom Samstag.

Stadt Zofingen als Alleinaktionärin

Die Weiterbildung sei in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Jährlich besuchen rund 1000 Bildungswillige die Bildungsgänge und Kurse in den Sparten Informatik, Sprachen, Management, Wirtschaft, Industrie und Gewerbe sowie Allgemeines. Die Weiterbildung orientiere sich am freien Markt und sei bezüglich ihrer Angebote frei. Um weiterhin erfolgreich im Wettbewerb zu bestehen, müsse sie flexibel agieren können, heisst es in der Mitteilung weiter.

«Die Entscheidungswege auf strategischer Ebene vor allem bezüglich Mitgliedschaften, Kooperationen und Akquisitionen sollen rascher und politisch entflochten gefällt werden können. Deshalb soll der Bereich Weiterbildung von einer öffentlich-rechtlichen Bildungsinstitution in eine eigenständige Aktiengesellschaft überführt werden.»

Die Stadt Zofingen – als bisherige Trägerin – ist als Alleinaktionärin vorgesehen. Ziel sei, die Bildungsangebote in der Berufsbildung am Standort Zofingen gesamthaft zu stärken. In diese Richtung weist auch das aktuelle Legislaturprogramm des Stadtrats.

Und: Der Regierungsrat hat im Februar 2019 den definitiven Entscheid betreffend Standortkonzept der Berufsfachschulen im Kanton Aargau gefällt. Zofingen verliert per Schuljahr 2020/2021 die Ausbildung der kaufmännischen Berufe (KV), dafür wird die gewerblich-industrielle Berufsbildung ausgebaut. Mit der Zusage der Privatschule Feusi wird künftig trotzdem die kaufmännische Grundbildung in Zofingen angeboten werden können.

Die Weiterbildung soll zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort beitragen

«Die Angebote der Weiterbildung festigen die Berufsfelder der Grundbildung, zudem können Synergien genutzt werden. Das Angebot der Weiterbildung soll entsprechend ausgerichtet und ausgebaut werden. Durch die Erweiterung des Angebots im Bereich der Höheren Berufsbildung (Höhere Fachschulen, Höhere Fachprüfungen, eidg. Fachausweise) kann die Weiterbildung Zofingen in einer neuen, flexibleren Rechtsform einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des ganzen Kompetenzzentrums BZZ leisten», heisst es in der Mitteilung weiter. Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft soll forciert werden, und so soll die Weiterbildung zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort beitragen.

Eine Kick-off-Sitzung für die Bildung einer separaten Aktiengesellschaft hat stattgefunden. Aktuell werden die Grundlagen, wie beispielsweise die Eigentümer- und Unternehmensstrategie, erarbeitet. In die Projektarbeit integriert ist eine Delegation des Stadtrats, der Weiterbildungs-Ausschuss des Schulvorstandes, externe Fachleute und die operative Leitung BW Zofingen.

Schon im kommenden Jahr soll der Zofinger Einwohnerrat über die neue Rechtsform entscheiden können. «Bei positiver Beurteilung ist vorgesehen, dass die Weiterbildung Zofingen ab August 2020 als Aktiengesellschaft die operative Tätigkeit aufnehmen kann», teilte die Stadt am Samstag mit. (hz/zt)

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