Kanton Aargau
Um Grossprojekte zu finanzieren: öV-Kässeli erhält breite Zustimmung

Der Aargauer Regierungsrat findet Unterstützung für seinen Plan, einen speziellen Fonds für die Finanzierung von Infrastrukturprojekten des öffentlichen Verkehrs (öV) zu schaffen. Der neue Geldtopf soll es ermöglichen, Grossprojekte zuverlässig zu finanzieren.

Merken
Drucken
Teilen
Der neue Geldtopf soll es ermöglichen, Grossprojekte wie die Limmattalbahn zuverlässig zu finanzieren.. Visualisierung: Architron

Der neue Geldtopf soll es ermöglichen, Grossprojekte wie die Limmattalbahn zuverlässig zu finanzieren.. Visualisierung: Architron

Architron GmbH, Zürich, zvg

Der Vorschlag stiess in der Anhörung auf eine Zustimmung von über 80 Prozent, wie das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) am Freitag mitteilte. Mehr als 100 Stellungnahmen von Parteien, Gemeinden, Regionalplanungsgruppen und Interessierten gingen beim BVU ein.

Mit der Spezialfinanzierung will die Regierung die ÖV-Infrastruktur langfristig sicherstellen. Die neuen Spielregeln sollen die Finanzierung von Grossprojekten wie die Limmatalbahn vereinfachen.

Der Grosse Rat wird gemäss Vorschlag wie bisher über die einzelnen Vorhaben entscheiden. Mit dem Fonds wird einzig die kantonsinterne Finanzierung der ÖV-Infrastruktur geändert.

Der Regierungsrat will - auch auf Druck des Kantonsparlaments - die Nachteile der geltenden Praxis beheben. Der Grosse Rat genehmigt derzeit die Finanzierung der ÖV-Infrastruktur mit dem Jahresbudget. Verzögert sich jedoch ein Projekt wegen Einsprachen, können Jahrestranchen im Budget verfallen.

Starthilfe aus der Strassenkasse

Der Regierungsrat schlägt dem Grossen Rat vor, dass der Fonds per 2018 geschaffen wird. Die ersten 50 Millionen Franken sollen als zinsloses Darlehen aus der Strassenkasse stammen. In der Strassenkasse liegen derzeit 200 Millionen Franken.

Weiter sollen pro Jahr netto 6,6 Millionen Franken direkt aus der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) und 14 Millionen Franken aus der Staatskasse in den Fonds fliessen. Die LSVA von 26 Millionen Franken landet derzeit vollständig in der Strassenkasse.

Das Kantonsparlament wird gemäss Vorschlag des Regierungsrats bei der Beratung des Budgets jedes Jahr festlegen, wie viel Geld aus der Staatskasse in den Infrastrukturfonds geht. Das Angebot und der Betrieb des öffentlichen Verkehrs sollen wie bisher aus allgemeinen Mitteln bezahlt werden.