Die Freude der Italien-Fans ist gross, als sich ihre Helden an jenem Juni-Abend 2016 gegen Belgien zum EM-Auftakt mit 2:0 durchsetzen. Auch in Wohlen feiern die Fans ausgelassen auf im Freien oder rauschen mit Autokorsos durch die Strassen. 

Ein Italien-Fan treibt es in seinem Übermut allerdings zu weit: Er versucht sich mit seinem Lexus an einem Drift-Manöver, das ordentlich schief geht. Videoaufnahmen zeigten damals, wie der Lenker von der Strasse gerät und dabei haarscharf an einer Gruppe Jugendlicher vorbeischrammt und schliesslich schnell das Weite sucht. 

Der damals 21-Jährige war allerdings schnell ermittelt. Heute, zwei Jahre später, könnte dies schwere Konsequenzen für den Schweizer haben. «Wir werfen ihm vor», so Fiona Strebel, Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft, «dass er durch seine Fahrweise vorsätzlich das hohe Risiko von einem Unfall mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingegangen ist.»

Konsequenzen für Drifter von Wohlen

Konsequenzen für Drifter von Wohlen

Der Junglenker gefährdete mit seiner Aktion nach einem Fussballmatch mehrere Menschenleben. Nun soll er bis zu sechs Monate ins Gefängnis.

Strafrechtsexperte hält geforderte Strafe für zu hoch

Aus diesem Grund beantrage die Staatswanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von 30 Monaten, davon sechs unbedingt. Ausserdem fordere sie eine Busse von 1'000 Franken für den Mann. 

Unverantwortlich findet die Aktion in Wohlen auch Strassenrechtsexperte Kenad Melunovic. Dennoch erklärt er gegenüber dem Regionalsender Tele M1: «Mir scheint das geforderte Strafmass für ein Strassenverkehrsdelikt relativ hoch.» Ob der junge Mann wirklich hinter Gitter muss, wird sich Ende Juni zeigen, wenn der Unfallfahrer vor Gericht erscheinen muss. (luk)