Mundart ist sympathisch. Diese Grundüberlegung sowie die Befürchtung, der Kindergarten könnte «verschult» werden und die Kinder könnten ein Sprachdurcheinander bekommen, waren wesentlich für das Ja. Dieses ist zu akzeptieren. In der Umsetzung birgt es aber zwei Knacknüsse: Finden sich genug Kindergartenlehrkräfte, die das Mundartprofil erfüllen? Und was geschieht mit Lehrkräften, die Mundart auch mit Kursen nicht hinkriegen? Manche dürften in andere Kantone abwandern.

In der Abstimmungsdebatte wiederholte sich ein Phänomen aus früheren Urnengängen: Es engagierten sich fast nur die Befürworter der Initiative. Die vielen Gegner, die ihr im Grossen Rat einen Korb gegeben hatten, überliessen ausser in Leserbriefen dem Pro-Komitee das Feld. Mit ihrer Untätigkeit haben sie sich in der Schlussrunde selbst ein Bein gestellt. Gewiss ging es hier nicht um Sein oder Nichtsein. Trotzdem die Frage: Lernen sie endlich etwas daraus?

Noch eine Frage drängt sich auf: Hätte sich ein anderes Resultat ergeben, wenn das Volk auch über den Gegenvorschlag der Regierung hätte abstimmen können? Dieser sah eine Erhöhung des Mundartanteils auf zwei Drittel vor. 2011 obsiegte in Basel ein Gegenvorschlag in vergleichbarer Situation. Dies zeigt: Wenn man schon zu einer Initiative einen Gegenvorschlag ausarbeitet, verdient auch dieser einen Abstimmungszettel. So kann das Volk in Kenntnis wirklich aller Umstände entscheiden.