Es gehe um die Sache und nicht um Parteien, sagte Lilian Studer, Co-Präsidentin des Komitees «Nein zur PID». Entsprechend breit sei das Komitee auch abgestützt, es engagieren sich Menschen aus verschiedenen politischen Lagern und mit unterschiedlicher Weltanschauung.

Gemeinsam ist ihnen, dass sie entschieden gegen die Änderung der Verfassungsbestimmung zur Fortpflanzungsmedizin und Gentechnologie kämpfen, über die am 14. Juni abgestimmt wird. Denn die Änderung ermögliche es, beliebig viele Embryonen für eine künstliche Befruchtung zu entwickeln. Bewusst könnten damit Embryonen, die einen Gendefekt aufweisen, eliminiert werden.

«Es darf nicht sein, dass im Labor entschieden wird, ob ein Leben lebenswert ist oder nicht», sagte Lilian Studer. Sie ist ausserdem überzeugt, dass ein Ja zur Vorlage die Tür zur «schrankenlosen Reproduktionsmedizin» öffne.

Pro und contra Präimplantationsdiagnostik

Pro und contra Präimplantationsdiagnostik

Eric Scherer ist nicht nur Vorstandsmitglied von insieme 21, er ist auch Vater eines «äusserst lebendigen Gendefekts», wie er es selber ausdrückte: Seine Tochter wurde mit Trisomie 21 geboren. «Wir leben in einer Selektionsgesellschaft», sagte Scherer, und bei einer Annahme der Vorlage in dieser Form, beginne die Selektion schon bei den Embryonen. Und Eltern, die sich trotz Warnung vor Gendefekt trotzdem für das Austragen des Kindes entscheiden, gerieten zunehmend unter Druck.

Krankenkassen machen Druck

Scherer erwähnte das Beispiel einer Krankenkasse, die den Eltern Leistungen kürzen wollte, weil diese ganz bewusst ein Kind mit Trisomie 21 zur Welt kommen liessen. Scherer rechnet auch damit, dass die Krankenkassen grundsätzlich auf Präimplantationsdiagnostik setzen möchten; wenn nur noch gesunde Kinder zur Welt kommen, ist das auch gut für die Gesundheitskosten.

Nicole Müller-Boder von der SVP fürchtet, dass man unterwegs sei zum «Designerkind aus dem Reagenzglas». Dabei vergesse man aber leicht, dass es keine absolute Sicherheit gebe.

Letztlich gehe es auch um viel Geld, meinte Scherer. Und die Frage, ob der medizinisch-technische Fortschritt gesellschaftliche ethische Fragen entscheiden dürfe. Für das Komitee ist klar: Soweit darf es nicht kommen. (jm)