«TalkTäglich»

«Überforderung der Spitäler kann nicht ausgeschlossen werden»: Wie weiter mit dem Corona-Virus im Aargau?

«Eine hundertprozentige, restlose Sicherheit werden wir nie haben»: Die Highlights aus dem Talk über das Corona-Virus im Aargau

«Eine hundertprozentige, restlose Sicherheit werden wir nie haben»: Die Highlights aus dem Talk über das Corona-Virus im Aargau

Keine Fasnacht, kein Spitzenfussball, keine Eishockey-Playoffs. Der Bund ergreift drastische Mittel, um das Coronavirus einzudämmen. Wie weit geht der Aargau noch? Im «TalkTäglich» nehmen dazu Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati, Kantonsärztin Yvonne Hummel und der Leiter des Bevölkerungsschutzes, Dieter Wicki, Stellung.

Das Corona-Virus hat die Schweiz – und den Kanton Aargau – voll im Griff. Trotz des Veranstaltungsverbots, dass der Bund letzte Woche ausgesprochen hat, steigen die Infektionszahlen weiter an. Alleine am Dienstag wurden vier neue Corona-Fälle im Kanton bekannt. Am Mittwoch stieg die Zahl der Infizierten im Aargau von sechs auf sieben, rund 150 Personen befinden sich in Quarantäne.  

Dennoch ist Kantonsärztin Yvonne Hummel überzeugt: «Aktuell haben wir die Lage unter Kontrolle.» Man wisse bei allen vier Fällen, wo sich die Personen angesteckt haben. Dies sei wichtig, um auch die entsprechenden Träger des Virus zu kontaktieren und diese in Quarantäne zu nehmen – eine grundlegende Massnahme gegen die Ausbreitung der Krankheit.

Dieter Wicki, Leiter des Bevölkerungsschutzes war bereits vor einer Woche Gast im «TalkTäglich». Damals diskutierte er mit Moderator Adrian Remund über verschiedene Szenarien, die wegen des grassierenden Corona-Virus möglich werden könnten. Darunter etwa die Absage von Fussballspielen, was nun tatsächlich eingetreten ist. «Man musste annehmen, dass es rasch gehen kann», erklärt Wicki. Auf die Frage, ob das Veranstaltungsverbot verhältnismässig sei, antwortet er: «Man könnte nun bei jeder Veranstaltung abwägen, wie man ein Verbot umgehen kann. Doch das Virus wartet darauf nicht. Man muss jetzt rasch handeln.»

Kasernen für Quarantäne-Patienten öffnen?

Doch was kann der Kanton Aargau tun, sollte die Ausbreitung des Corona-Virus noch dramatischere Ausmasse annehmen? «Wenn es nötig wäre», so Wicki, «könnte der Kanton beim Bund ein Gesuch stellen, damit etwa Kasernen als Unterkunft für Betroffene geöffnet werden.» So weit sei man allerdings noch nicht. Auch die beiden Kantonsspitäler seien derzeit noch gut in der Lage, die Situation zu bewältigen. «Eine Überforderung der Spitäler kann in Zukunft aber nicht ausgeschlossen werden.» Nun komme es darauf an, wie sich die Ausbreitung weiterentwickle.

Als neu gewählter Regierungsrat und Vorsteher des Gesundheitsdepartements hat Jean-Pierre Gallati mit dem sich rasch ausbreitenden Corona-Virus gleich eine schwierige Prüfung zu bewältigen. Darauf angesprochen, ob es nicht falsch sei, kommenden Freitag eine grosse Sportgala im Aargau durchzuführen, antwortet Gallati: «Dieser Anlass erwartet weit unter 500 Personen und wird darum nach anderen Kriterien als etwa eine Fasnacht beurteilt.»

Eine hundertprozentige, restlose Sicherheit, dass das Corona-Virus trotz des Veranstaltungsverbots eingedämmt wird, habe man niemals, so Gallati. «Doch man wird sicher zu 80 bis 99 Prozent mögliche Risikofaktoren eliminieren können.» (luk) 

Die ganze «TalkTäglich»-Sendung zum Corona-Virus im Aargau können Sie hier nachschauen: 

Coronavirus: Wie weit geht der Kanton Aargau?

Coronavirus: Wie weit geht der Kanton Aargau?

   

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