Trockenheit

Überall herrscht Waldbrandgefahr – nur im Aargau offenbar nicht

Der Kanton Aargau erlässt keine Waldbrand-Warnung vor dem Osterwochenende. Der Aargauer Försterpräsident ruft zu Vorsicht beim Grillieren auf

In der ganzen Schweiz herrscht derzeit Waldbrandgefahr, einzelne Kantone wie Tessin und Graubünden haben ein absolutes Feuerverbot erlassen. In den Nachbarkantonen des Aargaus wird die Waldbrandgefahr als mässig (Stufe 2 von 5: LU, ZG, ZH) oder gar erheblich (Stufe 3 von 5: BE, BL, SO) eingestuft.

Im ganzen Kanton Bern dürfen Grillfeuer nur in fest eingerichteten Feuerstellen entfacht werden. Zudem soll die Bevölkerung bei Wind auf das Anzünden von Feuern verzichten. Der Kanton Baselland ruft die Einwohner wegen der Waldbrandgefahr gar dazu auf, ganz auf Feuer und Picknicks zu verzichten. Der Kanton Solothurn weist darauf hin, dass aufgrund der Trockenheit auch Flächenbrände entstehen könnten. Die sogenannte Streuschicht könne sich sehr leicht entzünden.

Krisenstab beobachtet die Lage im Aargau

Als einziger Kanton schätzt der Aargau die Waldbrandgefahr derzeit als gering ein, wie ein Blick auf die Webseite des Bundesamts für Umwelt zeigt. Dort ist der Aargau als grüner Fleck auf der Schweizerkarte ausgewiesen, wo keine Warnungen vor Waldbrandgefahr gelten.

Dies wird sich am sonnigen und sehr warmen Osterwochenende auch nicht ändern, wie die stellvertretende Regierungssprecherin Stephanie Renner auf Anfrage der AZ mitteilt. Eine erste Besprechung im Teilstab Waldbrandgefahr des kantonalen Krisenstabs hat am vergangenen Dienstag zwar stattgefunden, wie die Sprecherin sagt. Eine Erhöhung der Gefahrenstufe gibt es im Aargau aber vorerst nicht: «Wir werden die Situation laufend im Auge behalten, falls notwendig entsprechende Massnahmen ergreifen und darüber informieren», sagt Renner. Die Lage werde am kommenden Dienstag durch den Krisenstab neu beurteilt.

Försterpräsident ruft zu erhöhter Vorsicht auf

Oliver Frey, Präsident des Aargauischen Försterverbandes und Förster in Villigen im Bezirk Brugg, hält die Trockenheit im Wald für erheblich. «In den tieferen Bodenschichten ist noch genügend Wasser vorhanden, aber an der Oberfläche haben die hohen Temperaturen in den letzten Tagen und die zum Teil starke Bise die Wälder stark ausgetrocknet.» Frey sagt, der Försterverband sei bisher von der Abteilung Wald des Kantons noch nicht kontaktiert worden, um eine Einschätzung der Waldbrandgefahr abzugeben.

Für ihn ist aber klar: «Auch im Aargau ist das Risiko erheblich, dass sich bei einem Grillfeuer im Wald oder am Waldrand trockenes Unterholz entzündet.» Zudem sehe er seit dem Erlass der Coronamassnahmen viel mehr Leute im Wald als sonst. Gerade über die Ostertage, für die sonniges Wetter und Temperaturen von über 20 Grad vorausgesagt sind, sei grosse Vorsicht geboten. «Ich rate dringend davon ab, Grillfeuer ausserhalb fester Feuerstellen anzuzünden. Dafür ist der Wald viel zu trocken und die Gefahr, dass ein Feuer ausser Kontrolle gerät, zu hoch.»

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