Einem Imker aus Murgenthal, der gerne anonym bleiben möchte, stahl eine unbekannte Täterschaft vergangenen Samstag um zirka 17 Uhr über 30 Bienenvölker. Susanne Scheibler, Präsidentin des Wiggertaler Bienenzüchtervereins, ist schockiert und traurig. «Der Dieb muss fast ein anderer Imker gewesen sein. Das Vorgehen zeugt von professionellem Wissen und Können.»

Sehr wahrscheinlich wurden die Bienen von ihren Waben in eine Box gewischt. «Die gewählte Zeit dazu ist perfekt», fügt Scheibler an. Sei die Königin auch in der Box, würden die Bienen drin bleiben. Eine Nachbarin beobachtete zur Tatzeit ein silbrig-weisses Auto bei den Magazinen, wie die grünen Kisten in denen die Bienen leben, genannt werden. Sie dachte sich aber nichts Böses dabei und vermutete, dass der Murgenthaler Imker ein neues Auto habe.

Bienenvölker gestohlen: "Das kann nur ein Profi gewesen sein"

Susanne Scheibler wurden 31 Bienenkästen gestohlen, die einen Wert von 30'000 Franken haben. Erst letzten Monat wurden in Niederbipp Kästen gestohlen.

  

Zeugen sollen sich melden

«Der Täter muss wohl zwischen zweieinhalb und drei Stunden am Werk gewesen sein, wenn er, oder sie, denn alleine war. Er muss auch Schutzkleidung getragen haben, sonst wäre er heillos zerstochen worden», fügt Susanne Scheibler an.

Was mit den Bienen geschieht, kann sie nur vermuten. «Vielleicht werden sie anderen Imkern zum Kauf angeboten. Möglicherweise braucht sie der Imker aber auch selbst oder er hat sie über die Grenze geschafft.»

Es ist nicht das erste Mal, dass bei diesem Imker Bienen gestohlen wurden, auch wenn es lange ruhig war. Scheibler bestätigt, dass es zumindest im Wiggertal sehr ruhig sei, auch was Vandalismus anbelangt. «Aber leider treten sowohl Diebstähle, wie auch Vandalismus immer häufiger auf.»

Die verbleibenden Bienen des Murgenthaler Imkers sind auch jetzt, rund eine Woche nach dem Diebstahl, noch sehr aggressiv. Ein Annähern, ohne gleich angegriffen zu werden, ist nicht möglich. So mussten die Polizisten Schutzkleider anziehen, um ihrer Arbeit in der Nähe der Magazine nachgehen zu können.

«So ein Diebstahl ist das absolut Schlimmste, das einem Imker passieren kann», sagt Scheibler. Sie hofft, dass sich weitere Augenzeugen, die am Samstag nach 17 Uhr an der Rotherdstrasse in Murgenthal etwas verdächtiges gesehen haben, bei der Polizei melden.

Weitere Diebstähle in der Region

Schon Ende Mai kam es in Niederbipp, nur wenige Kilometer von Murgenthal entfernt, zu einem Bienendiebstahl. Dem Hobbyimker Markus Probst wurden zwei Bienenstöcke an zwei Standorten geklaut. Diese haben einen Wert von rund 5000 Franken. Auch Probst vermutete, dass ein anderer Imker die Völker stahl. Inzwischen kann Probst aber aufatmen: Die gestohlenen Bienenstöcke konnten ausfindig gemacht und zurückgebracht werden. Von den Tätern fehlt aber jede Spur.

Ähnliches passierte dem Imker Philipp Heller aus Aristau im Freiamt Ende März. Diebe stahlen ihm insgesamt zehn Bienenvölker, ebenfalls im Wert von 5000 Franken – den Ertrag durch den Verkauf des Honigs nicht miteinbezogen. Der Verlust traf ihn besonders hart. Nicht nur finanziell, sondern auch emotional, da die Bienenkönigin im Frühling bis zu 2000 Eier pro Tag legt und besonders intensiver Pflege bedarf.

Die Völker seien vermutlich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion gestohlen worden, mutmasste Heller damals. «Ich bin schockiert, dass jemand zu so etwas imstande ist», sagte er. Philipp Heller vermutete System hinter den Diebstählen. Er befürchtet, dass ihn jemand beim Arbeiten beobachtet hat und deshalb ganz genau weiss, wo seine Völker stehen. Heller erstattete nach dem Diebstahl bei der Polizei Anzeige.