Der Name ist Programm
Tun, was man tun muss: Wenn der Metzger Speck und der Architekt Hüsler heisst

Früher war es normal, dass der Metzger auch Metzger hiess. Heute kann auch Fleisch verkaufen, wer Wolf oder Häusermann heisst. Doch manchmal will es der Zufall, dass ein Metzger den Nachnamen Speck trägt und ein Architekt sinnigerweise Hüsler heisst.

Aline Wüst
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Nomen est omen
4 Bilder
Peter Säuberli, Hauswart Im Mai wurde Peter Säuberli pensioniert. 180 Kinder der Schule Küttigen haben ihm zum Abschluss den eigens komponierten «Sübi-Rap» vorgetragen. Den Namen zum Beruf machte sich Säuberli erst im zweiten Anlauf – vorher war er bei der Post. Als Hauswart wurde er dann aber stets für seine Sauberkeit gerühmt. Verständlich, dass ihn das zunehmende Littering ärgert. Noch sauberer als Hauswart Säuberli sei übrigens Frau Säuberli, verrät er.
Sandra Bank, Kundenanlage Beraterin NAB Sandra Bank berät vermögende Privatkunden bei der Neuen Aargauer Bank. Zur Bank wollte sie aber bereits als Mädchen – da hiess sie noch Kunz. «Der Name Bank ist ein Pluspunkt, die Leute können ihn sich problemlos merken», sagt sie. Stellt sie sich vor, witzeln manche Kunden: «Und Herr Bank, der arbeitet bestimmt auch bei der Bank.» Dann entgegnet die zweifache Mutter ganz ehrlich: «Genau, und zwar seit 30 Jahren.»
Thomas Tröster, Kinderarzt Er arbeitet im Kinderarzthaus in Aarau und kennt alle Tricks, damit seine kleinen Patienten lachen und nicht weinen. Trösters Geheimwaffe gegen Kindertränen ist seine Luftballon-Aufblas-Maschine. Manchmal gibts als Trösterli aber auch einen Teddybären. Eigentlich versucht der Kinderarzt so gut auf die Kleinen einzugehen, dass er sie gar nicht erst trösten muss. Kinder gesund gemacht und getröstet hat der Arzt auch schon in Tansania und Afghanistan.

Nomen est omen

Annika Bütschi

Wir haben die schönsten Beispiele aus dem Aargau zusammengetragen. (siehe auch Bildergalerie)

Sybil Schreiber, Autorin und Kolumnistin, Bad-Zurzach: «Dass ich meinen Beruf zum Namen gemacht habe, ist mir selbst gar nicht aufgefallen. Nach einer Lesung kam eine Frau und fragte: ‹Ist das Ihr Künstlername?› Nein, ist es nicht, ich wurde so geboren. Sinnigerweise bin ich mit Steven Schneider verheiratet, denn mein erster Beruf war Modemacherin. Korrekt heisse ich also Schreiber Schneider. Mir gefällt, was mein Mann mal gesagt hat: ‹Mit mir ist Schreiber aus dem Schneider.›»

Alois Vogler, Präsident Vogelschutzverein, Stetten: «Als wir 1981 nach Stetten kamen, zogen wir zufälligerweise ins Vogelquartier. Da gibt es einen Lerchenweg und einen Dohlenweg - wir wohnen am Meisenweg. Irgendwann erwachte mein Interesse für Vögel, auch weil ich gern draussen bin. Dass ich Vogler heisse, am Meisenweg wohne und Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins bin, passt nun alles. Ich bin ein richtiges Paket.»

Stefan Hüsler, Architekt, Reinach: «Ich glaube nicht, dass mein Nachname meine Berufswahl beeinflusst hat. Aber es ist ein lustiger Zufall. Ich bin ausserdem noch in einem Baugeschäft aufgewachsen. Hüsler ist darum ein Name, der verpflichtet. Als Architekt gefällt mir, dass ich kreativ arbeite und etwas erschaffen kann, das mich überdauern wird.»

Ludwig Strasser, Strassenverkehrsamt, Kölliken: «Ich arbeite seit 22 Jahren beim Strassenverkehrsamt in der Führerdisposition. Wenn ich mich mit ‹Strassenverkehrsamt, Strasser› am Telefon melde, dann verleitet es manche Leute schon zu einem Witz. Ich sage dann: ‹Ja, wegen meines Namens arbeite ich hier.› Ob das wirklich so ist, müsste man meinen ehemaligen Chef fragen, der mich damals einstellte - er ist aber mittlerweile pensioniert.»

Gaby Schneider, Coiffeuse, Möhlin: «Ich habe mir noch nie Gedanken über den Zusammenhang zwischen meinem Namen und meinem Beruf gemacht. Ich wurde auch von Kunden noch nie darauf angesprochen.»

Kennen Sie auch lustige Kombinationen von Namen und Beruf? Dann schreiben Sie uns, in dem Sie diesen Artikel weiter unten kommentieren!