Luftrettung

Trotz TCS-Rückzug: Im Notfall startet der Helikopter vom Birrfeld aus

Der TCS-Heli fliegt auch ohneTCS-Logo weiter. Claudia Meier

Der TCS-Heli fliegt auch ohneTCS-Logo weiter. Claudia Meier

Der Rückzug des TCS aus dem Rettungshelikopter-Geschäft hat keine Konsequenzen für die Strategie des Kantons: Im Notfall hat weiterhin der im Birrfeld stationierte Helikopter Priorität.

Die Rotoren wirbelten jede Menge Staub auf: Als der TCS ins Luftrettungsgeschäft einstieg und bei Notfällen in erster Priorität der im Birrfeld stationierte TCS-Heli statt der Rega aufgeboten wurde, verdoppelten sich schlagartig die Luftrettungseinsätze. 2014 (die aktuellen Zahlen für das vergangene Jahr liegen noch nicht vor) lagen die im Aargau für Luftrettungen verrechneten Kosten bei der ehemaligen Monopolistin Rega bei 334 000 Franken, für Flüge des TCS-Heli wurden über 500 000 Franken verrechnet.

Die wundersame Vermehrung des Bedarfs nach Rettungshelikoptern sorgte für Kritik, doch der kantonsärztliche Dienst beteuerte: Es wurde kein Flug zu viel durchgeführt. Es sei nie ein Helikopter aufgeboten worden, wenn auch eine billigere Ambulanz für eine adäquate Versorgung ausgereicht hätte. In Relation zu den Zahlen aus anderen Kantonen gebe es im Aargau gemessen an der Bevölkerungszahl immer noch unterdurchschnittlich wenige Luftrettungen.

Bei dieser Haltung bleibt es auch. Der TCS hat sich zwar letztes Jahr wieder aus dem Helikoptergeschäft für Noteinsätze zurückgezogen und seine Beteiligung an der gemeinsam mit der Lions Air Group gegründeten Alpine Air Ambulance (AAA) verkauft. Deswegen erfahre die Rettungshelikopter-Versorgung im Aargau aber keine Änderung, hält der Regierungsrat in der Beantwortung eines überparteilichen Vorstosses im Grossen Rat fest. Die AAA führt ihre Dienstleistungen im Bereich der medizinischen Primär- und Sekundärtransporte vom Birrfeld aus unverändert weiter. Und sofern er verfügbar ist, wird auch weiterhin in erster Priorität der AAA-Helikopter zu Notfällen aufgeboten. Den unternehmerischen Entscheid des TCS kommentiere er nicht, so der Regierungsrat.

Dafür nimmt er Stellung zu Gerüchten, Vetternwirtschaft habe der Rega-Konkurrenz den Zutritt ins Flugrettungswesen im Aargau ermöglicht. Weder Philip Funk, der unlängst abgetretene Verwaltungsratspräsident des Kantonsspitals Aarau, noch TCS-Kantonalpräsident Thierry Burkart seien je beim Kantonsarzt oder dem Departement Gesundheit und Soziales vorstellig geworden, um die Priorisierung des TCS-Heli zu erreichen. (mou)

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