Baumeisterverband
Trotz Sorge um Nachwuchs: Die Baubranche blickt mit Optimismus in die Zukunft

Die Hauptsorge bereitet den Baumeistern die Rekrutierung des Berufsnachwuchses.

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Der Baumeisterverband wird 100 Jahre alt – trotz Sorgen um den Berufsnachwuchs schaut man optimistisch in die Zukunft. (Symbolbild)

Der Baumeisterverband wird 100 Jahre alt – trotz Sorgen um den Berufsnachwuchs schaut man optimistisch in die Zukunft. (Symbolbild)

Keystone

Der Baumeisterverband Aargau wurde vor 100 Jahren gegründet. Gefeiert wird das Jubiläum Ende August, an der 100. Generalversammlung machten sich die Baumeister aber schon einmal selber ein Geschenk: Das «Baumeisterhaus» in der Aarauer Altstadt, wo auch die Geschäftsstelle des Verbands untergebracht ist, wird modernisiert.

Beschlossen hatte man das zwar schon 2015. In der Zwischenzeit stellte sich aber heraus, dass eine umfassende Sanierung aufwendiger wird als angenommen und das Budget nicht ausreicht. Die Generalversammlung genehmigte deshalb einen Nachtragskredit von 550 000 Franken zu den bereits beschlossenen 1,3 Millionen. Im Mai soll es mit dem Bau losgehen, und wenn immer möglich werden die Arbeiten natürlich an eigene Mitglieder vergeben.

Die übrigen Geschäfte gaben zu keinen Diskussionen Anlass. Für sein langjähriges Wirken gewürdigt wurde der abtretende Vizepräsident Anton Notter. Für ihn nimmt neu Urs Umbricht Einsitz im Vorstand und präsidiert die Fachgruppe Strassenbau. Eine Statutenrevision war für die Umbenennung der Kreise nötig, in die der Baumeisterverband gegliedert ist: Der Kreis Aaretal Limmattal heisst neu Kreis Ost, Reusstal/Bünztal Kreis Süd und Wiggertal/Suhrental/Wynental Kreis West.

Die Hauptsorge des Verbands liegt bei der Rekrutierung des Berufsnachwuchses. Während man vor 10 Jahren noch 120 neue Maurerlehrlinge zählte, waren es letztes Jahr gerade mal 48. Hier müsse man die Anstrengungen zur Imagepflege noch mehr intensivieren, meinte Präsident Martin Kummer.

Mit der wirtschaftlichen Situation kann die Branche dabei zufrieden sein. Schweizweit wurden im vergangenen Jahr über 20 Milliarden verbaut, die Baumeister sind quasi die Profiteure der Negativzinspolitik. Die neusten Zahlen würden zuversichtlich stimmen, meinte denn auch Kummer. Die positive Entwicklung des Bauvolumens werde sich kurzfristig fortsetzen, wobei allerdings die Risiken beim Wohnungsbau steigen würden. Kummer wies etwa auf den Rückgang der Netto-Zuwanderung hin, mit dem auch die Nachfrage nach neuem Wohnraum sinke.

Landammann Stephan Attiger zeigte sich da in seiner Grussbotschaft allerdings zuversichtlich. Bei dem anhaltend starken und überdurchschnittlichen Wachstum im Aargau gehe er davon aus, dass es den Baumeistern gut geht. Probleme bereite dieses Wachstum bezüglich der Mobilität: Mit der chronischen Überlastung des Strassennetzes sei die zuverlässige Erreichbarkeit nicht mehr gewährleistet, und das sei Gift für die Standortattraktivität. Attiger nutzte auch den Auftritt vor dem Baumeisterverband, um einmal mehr die Forderung nach dem Sechsspur-Ausbau der A1 zu deponieren. (mou)

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