Heizkosten
Trotz Rekordtief bleibt der Ansturm auf Heizöl aus

Der Ölpreis hat zu Beginn des Jahres ein Rekordtief erreicht. Trotzdem klingeln die Kassen der Heizölhändler im Kanton Aargau nur verhalten.

Lina Giusto
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Trotz rekordtiefem Ölpreis bleibt der Ansturm bei den Händlern aus. archiv/AZ

Trotz rekordtiefem Ölpreis bleibt der Ansturm bei den Händlern aus. archiv/AZ

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Die Temperaturen im Aargau sind moderat für die Jahreszeit. Nur selten fällt der Thermostat unter 0 Grad. Der milde Herbst und Winter spüren auch die Heizölhändler in der Region.

Daniel Hofer, Unternehmensleiter der Migrol AG sagt: «Wegen dem milden Herbst und Winter sind die Bestellungen zwar stabil, aber die Mengen sind leicht tiefer als letztes Jahr, da weniger Öl zum Heizen verbraucht wurde.» Letztes Jahr schon waren die Ölpreise tief. Dies sei deutlich stärker zu Buche gefallen, erklärt Hofer. «Im vergangenen Winter war der Effekt der tiefen Ölpreise stärker zu spüren. Die Kunden haben sich die damals tiefen Ölpreise durch das Auffüllen von Tanks gesichert.» Dagegen sagt Patrick Schmid von der Landi Unteres Seetal: «Aufgrund der schon tieferen Preisen Anfang des letzten Jahres 2015 sind die Bestellungen in diesem Frühjahr etwa gleich hoch.»

Doch scheinbar Horten die Kunden der Landi Heizöl. Schmid erklärt: «Durch die tiefen Preise sind die Kunden sehr daran interessiert ihre Tanks bereits für den nächsten Winter wieder zu füllen, auch wenn sie noch mehr als halbvoll sind.»

Die Kunden der Firma Argovia Brennstoffe in Mellingen dagegen sind nicht in Kaufeuphorie. ABer: «Die günstigen Preise regen die Nachfrage für die Sommerlieferungen an», sagt Geschäftsführer Herbert Hunkeler.

Aber nicht nur der milde Winter beeinflusst das Einkaufverhalten der Ölheizer. Per 1. Januar 2016 wurde die CO2-Abgabe auf 23 Rappen pro Liter erhöht. Christian Burger, Geschäftsführer von Burger Heizöl und Treibstoffe in Baden erklärt die Folgen der höheren Lenkungsabgabe folgendermassen: «Zur Zeit ist der Markt ruhig. Die meisten Kunden haben wegen der Erhöhung der CO2-Abgabe auf Beginn des Jahres noch im Herbst und Winter eingekauft.»

Aufgrund des Kaufansturms in der Vorweihnachtszeit, bleiben die Bestellungen nun aus – obwohl der Ölpreis zu Beginn des Jahres noch tiefer gesunken ist. Beat Stadelmann von Agro Mittelland GmbH sagt: «Jene Kunden die im Dezember den Tank gefüllt haben, sind nicht davon ausgegangen, dass der Preis noch weiter sinkt und haben jetzt das Nachsehen.» Das bestätigt auch Burger: «Die Kunden erwarten noch tiefere Preise und sind deshalb etwas zurückhaltend. Wenn der Tank aber leer ist, wird natürlich ganz normal Heizöl nachbestellt.»