Coronakrise

Trotz Kurzarbeit: Fast 13'000 Menschen im Kanton Aargau sind mittlerweile ohne Job

Im Kanton Aargau gab es im April 1500 mehr Arbeitslose als noch im März

Im Kanton Aargau gab es im April 1500 mehr Arbeitslose als noch im März

Die Kurzarbeit ist auf einem Rekordhoch. Trotzdem steigt auch die Zahl der Arbeitslosen im Kanton.

Arbeitsmarkt 10'500 bewilligte Voranmeldungen für Kurzarbeit; täglich kommen 50 bis 70 neue Anträge hinzu; rund 166'000 Arbeitnehmer sind betroffen: Die Kurzarbeit ist im Kanton aufgrund der Coronakrise auf einem noch nie dagewesenen Stand.

Doch trotz dieser gewaltigen Zahlen ist genau das passiert, was mit dieser Massnahme hätte verhindert werden sollen: Auch die Zahlen der Arbeitslosen sind rasant angestiegen. Und sie steigen weiterhin, trotz rückläufiger Infektionszahlen. Am Donnerstag gab das kantonale Arbeitsamt die Zahlen für den April bekannt: 12'865 Menschen waren bei den RAV als arbeitslos gemeldet, fast 1500 mehr als noch im März, und rund 3500 mehr als im selben Monat im vergangenen Jahr. Mit 3,4 Prozent liegt die Arbeitslosigkeit im Kanton minimal über den Schweizer Durchschnitt.

Was ist schiefgelaufen? Das sei schwierig zu beantworten, sagt Giovanni Pelloni, stellvertretender Leiter des Amtes für Wirtschaft und Arbeit. Gründe für Kündigungen seien höchst unterschiedlich; bei den RAV werden sie zudem nicht erfasst. «Die Arbeitslosenzahlen zeigen vielleicht ein Stück weit die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt. Wer eher optimistisch für die Zukunft ist, nutzt kurzfristig die Mittel der Kurzarbeit zur Überbrückung. Und wer eher pessimistisch ist, entlässt schneller einmal Mitarbeiter», so Pelloni.

Gnadenfrist für Ausgesteuerte

Um die 100 Personen melden sich momentan täglich neu als stellensuchend an. Wobei es je nach Tag auch einmal mehr oder weniger sein können. Im Schnitt sind es aber deutlich mehr als zu normalen Zeiten. Es sind aber auch weniger, als es zum Höhepunkt der Coronakrise waren. Da kamen um die 200 Personen täglich dazu. Nur: Um daraus auf eine Entspannung der Lage zu schliessen, dafür sei es laut Pelloni noch zu früh.

Denn zum einen sind 100 neue Stellensuchende pro Tag immer noch viel zu viel. Ginge es so weiter, hätten Ende Jahr einige tausend Menschen mehr als üblich keine Arbeit. Und zum anderen ist nicht nur die Zahl der Menschen, die sich neu bei den RAV melden, entscheidend. Genauso wichtig ist die Zahl derjenigen, die auch wieder eine Stelle finden. Aufgrund der Coronakrise ist aber auch das schwerer geworden, denn der Stellenmarkt ist stark eingebrochen. Noch knapp 3000 offene Stellen wurden im März dem RAV gemeldet – fast 1000 weniger als noch im März.

Auf diese erschwerten Bedingungen hat der Bund reagiert. Und zwar mit zusätzlichen, «speziellen» Taggeldern. So verlängert sich für Stellensuchende der Anspruch auf Taggelder aus der Arbeitslosenkasse um die Dauer der ausserordentlichen Lage. Das bedeutet auch, dass aktuell niemand ausgesteuert wird. (rka)

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