Aargau

Trotz Brandgefahr: Kanton will Ikea-Häuser bei Katastrophen einsetzen

Schlafraum in einem Ikea-Haus.

Schlafraum in einem Ikea-Haus.

Nach dem Zürcher Brandtest zu den Ikea-Häuschen sieht der Kanton Aargau davon ab, Asylbewerber in diesen unterzubringen. Doch anders als in Zürich hält man daran fest, diese für den Katastrophenfall im Freien zu verwenden.

In zwei Hallen des ehemaligen Werkhofs in Frick wollte der Kanton Aargau 60 Ikea-Häuschen für Flüchtlinge aufstellen. Doch daraus wurde nichts. Auslöser war das Resultat eines Brandtests der Zürcher Gebäudeversicherung.

Der Brandtest ergab: Die Ikea-Häuschen sind für den Einsatz in Innenräumen nicht geeignet. «Sie dürfen im Kanton Zürich im Gebäudeinnern, aber auch draussen nicht angwendet werden», sagt Lars Mülli, Leiter Brandschutz bei der Zürcher Gebäudeversicherung, zu Tele M1. «Die Personensicherheit ist nicht gewährleistet.»

Kanton Aargau hält Ikea-Häuser für den Aussen-Einsatz unbedenklich

Kanton Aargau hält Ikea-Häuser für den Aussen-Einsatz unbedenklich

Doch was im Kanton Zürich Sache ist, muss nicht zwingend auch für den Kanton Aargau gelten. «Wir haben auch eine Einschätzung von unserer Gebäudeversicherung», sagt Balz Bruder, Sprecher des Departements Gesundheit und Soziales der grünen Regierungsrätin Susanne Hochuli. «Und diese Einschätzung lautet ganz anders, nämlich dass insbesondere der Outdoor-Einsatz von diesen Wohneinheiten unbedenklich ist.»

Das bedeutet: Die Ikea-Häuschen werden nicht als Unterkünfte für Asylsuchende in Hallen dienen. Doch beispielsweise im Falle eines Erdbebens würden sie im Freien stehen und von der einheimischen Bevölkerung bezogen werden. 

Brandgefährliche IKEA-Häuser (18.12.2015)

Brandgefährliche IKEA-Häuser (18.12.2015)

100 Fertighäuser hat der Aargau für Flüchtlinge gekauft. Jetzt stellt sich heraus, dass sie besonders leicht entzündlich sind.

Tele M1 hat die Bilder vom Brandtest Passanten gezeigt, in dem die Häuschen in Flammen stehen. «Würden Sie einziehen?», wurden die Passanten gefragt. Die Reaktionen überraschen nicht. «Nein, sicher nicht», «Für den Notfall okay» oder «Da würde ich lieber auf der Strasse wohnen», antworten die Passanten. 

Für die Flüchtlinge, die in den alten Werkhof in Frick hätten einziehen sollen, sucht der Kanton nun alternative Unterkünfte. (pz)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1