Suhr/Gränichen

Transporteur Dreier stand schon 2009 in der Kritik

Dreier Transporte in Suhr/Gränichen liefert sich nach 2009 erneut eine Kraftprobe mit einer Gewerkschaft.Marcel Siegrist

Dreier Transporte in Suhr/Gränichen liefert sich nach 2009 erneut eine Kraftprobe mit einer Gewerkschaft.Marcel Siegrist

Das Bezirksamt untersuchte vor vier Jahren mehrere Vorwürfe. Damals war es die Chauffeursgesellschaft Routiers Suisse, die gegen ihn mobil machte. Doch eine Strafuntersuchung erbrachte damals keine konkreten Vorwürfe.

Hans-Peter Dreier ist nicht zum ersten Mal im Clinch mit einer Gewerkschaft. Derzeit kritisiert die Unia den Transportunternehmer (az vom 11. Dezember), vor vier Jahren stand Dreier im Visier der Chauffeurgewerkschaft Routiers Suisse.

«Damals hatten sich Chauffeure bei uns gemeldet, die für Dreier die Postaufträge fuhren», erinnert sich David Piras, Generalsekretär bei Routiers Suisse. Die Vorwürfe: Chauffeuren würden Wartezeiten von täglich mehreren Stunden bei Aufträgen der Post nicht als Arbeitszeit angerechnet und Samstagsfahrten sollen systematisch als Spesen und damit an AHV und Steuern vorbei abgerechnet worden sein. Nach einem Routiers-Hinweis führte die Kantonspolizei bei Dreier eine Betriebskontrolle durch, später eröffnete das Bezirksamt Aarau eine Strafuntersuchung.

Disponent und Fahrer gebüsst

Darauf angesprochen, sagt Hans-Peter Dreier: «Die Untersuchung hat nichts erbracht, es gab weder Bussen noch Strafen gegen die Firma oder gegen mich.» Routiers-Suisse-Generalsekretär David Piras sagt, ein Disponent und einige Chauffeure seien gebüsst worden. Dreier bestätigt dies und hält fest: «Der Disponent wurde mit einer kleinen Busse belegt, weil ein Lehrling zu viel gearbeitet hat, die Chauffeure wegen kleinen Abweichungen im Minutenbereich.»

Nachprüfen lassen sich weder die Aussagen von Dreier noch jene von Piras. Hans Frey, damals stellvertretender Bezirksamtmann und Untersuchungsrichter des Bezirks Aarau, bestätigte 2009 im «Tages-Anzeiger» lediglich: «Wir führen eine Untersuchung gegen die Firma Dreier wegen Verstössen gegen die Arbeits- und Ruhezeitverordnung für Berufschauffeure.»

Nach der Umstrukturierung der Aargauer Strafverfolgungsbehörden ist Frey heute bei der Staatsanwaltschaft Aarau-Lenzburg tätig. Er sagt auf Anfrage der az: «Zum Ausgang des Verfahrens kann ich keine Angaben machen.» Auch das Bezirksgericht Aarau gibt sich bedeckt. «Wir dürfen keine Informationen über abgeschlossene Verfahren erteilen», sagt Kanzleichefin Janine Loosli.

«So zahnlos, wie die Unia heute in der az behauptet, sind die Routiers Suisse also nicht», betont David Piras mit Blick auf 2009. Dass vier Jahre später erneut eine Gewerkschaft bei Dreier aktiv werde, ist für ihn ein Hinweis, dass es Missstände gebe.

Dreier-CEO gibt sich gelassen

Mit Blick auf den aktuellen Fall gibt sich Hans-Peter Dreier gelassen. «Wir haben gegen kein Gesetz verstossen, deshalb sehe ich keinen Grund, mit der Unia das Gespräch zu suchen», sagt er. Dreier ist sicher, dass sich sein Unternehmen korrekt verhalten hat. «Ich kann ungerechtfertigte Vorwürfe über unbezahlte Überstunden oder nicht eingehaltene Ruhezeiten jederzeit widerlegen.»

Sollte die Unia wirklich konkrete Anschuldigungen erheben, sei er bereit, Firmenunterlagen zu veröffentlichen, um die Vorwürfe zu entkräften, sagt Dreier. «Ich warte darauf, dass mir jemand sagt, dieser oder jener Chauffeur habe so und so viele unbezahlte Überstunden.»

Und er geht noch weiter: «Eigentlich müssten mir die Gewerkschaften dankbar sein, schliesslich haben wir bei Dreier in den vergangenen Jahren 50 neue Arbeitsplätze geschaffen.»

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