Hunde-Attacke

Trainer nehmen Listenhunde in Schutz: «Pitbulls dienen als Sündenbock»

Nicht alle Pitbulls sind gefährlich

Nicht alle Pitbulls sind gefährlich

Rehpinscher Luna wurde vergangene Woche angeblich von einem Pitbull schwer verletzt. Jetzt wehren sich die Listenhunde-Besitzer gegen die Vorurteile.

In Aarburg soll ein Pitbull einen anderen Hund angefallen und übel zugerichtet haben. Der Vorfall wirft einmal mehr ein schiefes Licht auf die Listenhunde. Doch das Problem liegt meistens am anderen Ende der Leine.

Der Bericht über eine Pitbull-Attacke auf Rehpinscher-Dame Luna an der Aare bei Aarburg löste bei den Zuschauern von Tele M1 heftige Reaktionen aus. Der Pitbull-Besitzer soll sich nach dem Vorfall einfach aus dem Staub gemacht haben.

Der Vorfall rückt einmal mehr die sogenannten Listenhunde – also potenziell gefährliche Hunderassen – in den Fokus. Wie Gefährlich sind diese Hunde?

Einer, der es wissen muss, ist der Aargauer Hunde-Coach Edi Schär. Er arbeitet seit acht Jahren mit Listenhunden. Wer seinen Vierbeiner richtig erzieht und ihn im Griff hat, stellt sicher, dass von seinem Hund kein erhöhtes Risiko ausgeht. Wichtig sei, die Zeichen des Tieres in Ausnahmesituationen richtig zu deuten.

«Der Hund zeigt eine Gefahr immer an, dann muss man reagieren», erklärt der Hunde-Erziehungsberäter gegenüber Tele M1. Gerade junge, unerfahrene Halter handeln oft zu spät. Grundsätzlich seien Listenhunde aber nicht gefährlicher als andere Hunde.

Besitzerflucht nach Pitbull-Attacke

Besitzerflucht nach Pitbull-Attacke

Entsetzt musste Bernhard Miljak mitansehen wie sein Rehpinscher von einem Pitbull schwer verletzt wird.

Image-Problem seit 2005

Dennoch geniessen die massigen Pitbull-Hunde kein gutes Image. Hundetrainerin Belinda Brunner kennt die Gründe: «Ausschlaggebend war ein Vorfall von 2005, als drei sogenannte Kampfhunde in Oberglatt einen kleinen Jungen zu Tode gebissen haben.»

Der Fall sorgte landesweit für Schlagzeilen. Es wurde ein Verbot für die «Kampfhunde» gefordert. «Medien und Politik suchten sich zu dieser Zeit den Pitbull als Sündenbock aus», sagt Brunner, die selbst einen Pitbull besitzt.

Anschaffung im Ausland

Für das halten eines Listenhundes gelten je nach Kanton verschiedene Auflagen. Edi Schär weiss aber: «Man kommt sehr leicht an einen solchen Hund ran, vor allem im Ausland.» Käufer eines solchen Hundes haben so keine Gewissheit über Zucht und Herkunft des Tieres.

Sind die Auflagen nicht erfüllt, wird der Vierbeiner beschlagnahmt, landet im Tierheim und wechselt immer wieder den Besitzer. Für die richtige Hunde-Erziehung sind das keine gute Voraussetzungen. (cze)

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