Gefährliche Hunde
Trägt ein Hund das gelbe Band, muss man vorsichtig sein

Wird manchen Hunden der nötige Abstand zu Fremden und Artgenossen nicht gewährt, können heikle Situationen entstehen. Ein einfaches Symbol soll dem Abhilfe schaffen.

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Ein gelbes Tuch an der Leine signalisiert jedem, der entgegenkommt: «Rühr mich nicht an». Doch noch kennen nur wenige die Bedeutung dieses Zeichens.

Ein gelbes Tuch an der Leine signalisiert jedem, der entgegenkommt: «Rühr mich nicht an». Doch noch kennen nur wenige die Bedeutung dieses Zeichens.

Beatrice Kaufmann

Während viele Menschen einem Hund prinzipiell aus dem Weg gehen, hüpft bei anderen das Herz, wenn sie beim Spaziergang einem «Hündeler» mit seinem Vierbeiner begegnen. Doch nicht alle Hunde mögen es, wenn ihr Fell von Fremden gestreichelt wird oder ihnen ein Artgenosse zu nahe kommt.

Fühlen sie sich bedroht, zeigen sich die Naturinstinkte der Tiere: Sie fletschen die Zähne, beginnen zu knurren und zu bellen und bringen ihre Herrchen und Frauchen damit oft in Erklärungsnot.

Bekannt aber zu wenig angewandt

Wie die «Schweiz am Sonntag» berichtete, soll diesem Problem ein simples Signal Abhilfe schaffen.

Ein gelbes Band, das an der Leine des Hundes befestigt wird, soll Entgegenkommenden signalisieren: «Ich möchte nicht angefasst werden!» Die Idee namens «Gelber Hund» stammt von der Schwedin Eva Oliversson, deren Ziel es ist, das Signal für untrainierte, ängstliche und unsichere Hunde bei den Tierhaltern zu verbreiten.

Zumindest in der Region Solothurn sei die Idee des «gelben Hundes» zwar angekommen, würde aber noch zu wenig angewandt.

In der Schweiz sei das Signal noch weitgehend unbekannt, wie Silvia Deimeke, die Betreiberin der Webseite «Gelber Hund Schweiz» auf Anfrage der «Schweiz am Sonntag» mitteilte. So würde man heute vor allem im Toggenburg und in der Romandie Hunde mit den gelben Bändern antreffen.

Ausbildung vor gelbem Band

Ist die Idee «gelber Hund» auch im Aargau bekannt? Der Kantonalverband Aargauer Kynologen (KVAK) hat von der Idee mit dem gelben Band erst vor kurzem gehört, wie Präsident Peter Bieri auf Anfrage der «Aargauer Zeitung» erklärt.

Über das neue Symbol sagt er: «In den Städten und Agglomerationen gibt es heute so viele Hunde, dass die Hundehalter aufeinander aufpassen müssen. Je mehr Leute sich also mit dem Thema befassen, desto besser.»

Doch Bieri sieht auch eine Gefahr beim gelben Band. So könne es nicht sein, dass Hunde, die Probleme mit Fremden und Artgenossen haben, einfach ein gelbes Band verpasst bekommen.

Vielmehr müssten solche Tiere in einer Hundeschule den Kontakt zu anderen Hunden und Menschen trainieren. «Ausbildung kommt an erster Stelle», bringt es der KVAK-Präsident auf den Punkt.

Cornelia Caillet, Präsidentin der Hundeschule Hundesport Tägerhard Wettingen, ist das Konzept «gelber Hund» bereits bekannt.

Sie findet es sinnvoll und kommuniziert die Idee mit Informationsmaterial in ihrem Verein, hält aber gleichzeitig fest: «Eigentlich sollte es auch bei einem angeleinten Hund ohne gelbem Band selbstverständlich sein, dass sich Passanten vom Tier fernhalten.»

Weitere Infos unter www.gelberhund.ch

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