Zum Auftakt der Serie Tattoo-Sommer verraten sechs Badigäste, weshalb sie sich stechen liessen.

Sarah Frapolli (21)

Personalberaterin, Lenzburg

«Das Tattoo zeigt meinen Charakter. Der Steinbock steht für mein Sternzeichen, aber auch für das Sternzeichen meines Grossvaters. Er war früher ein nicht so guter Mensch und hat sich dann geändert – ich will ausdrücken, dass es möglich ist, sich zu ändern. Der Kompass steht dafür, dass man den Weg nicht verlieren soll. Das Zifferblatt darauf zeigt die Zeit an, als mein Grossvater gestorben ist. Es soll darstellen, dass das Leben nicht ewig ist. Der Traumfänger soll mich vor bösen Träumen schützen. Für den Schriftzug wollte ich die Handschrift meines Vaters, da er mir sehr ähnlich ist.»




Roland Richner (66)

Pensionär, Ex-Teamleiter, Aarau

«Eigentlich habe ich keinen Bezug zu Tattoos. Dennoch habe ich mir kurz nach meinem 50. Geburtstag eines stechen lassen. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion. Es war, als hätte mich eine höhere Macht getrieben. Ich habe geträumt, wie ich genau dieses Tattoo entwerfe und auf meinem Oberarm steche. Kaum aufgewacht, habe ich den Traum in die Tat umgesetzt. Nur auf der Innenseite hat es beim Stechen etwas wehgetan. Das Herz steht für Nettigkeit und Liebe. Das passt perfekt zu meinem Charakter. Ich habe immer noch Freude an meinem Tattoo. Mir ein zweites machen zu lassen, kommt aber nicht infrage.»




Andrea Haller (36)

Pflegehelferin, Beinwil am See

«Alle meine Tattoos haben eine Bedeutung, ausser dasjenige am Oberarm. Dessen Muster hat mir einfach gefallen. Den Spruch auf dem Unterarm habe ich mir in Rio de Janeiro stechen lassen: «Nosso verdadeiro dever é ser feliz». Das ist portugiesisch und bedeutet so viel wie, man soll glücklich sein im Leben. Auslöser für dieses Tattoo war die Trennung von meinem damaligen Freund. Jetzt bin ich wieder glücklich verliebt. Das erste Tattoo habe ich mit 18 selbst gezeichnet.»




David Hauss (32) 

Profi-Triathlet, Schönenwerd SO

«Das chinesische Zeichen im Zentrum der Sonne hatte ich zuerst. Es bedeutet Familie. Ich habe es stechen lassen, als ich 15 war. Damals verliess ich meine Heimat La Réunion, um in Frankreich meinen Traum, Profi-Triathlet, zu verwirklichen. Der Rest des Tattoos folgte nach meiner Teilnahme an den Olympischen Spielen in London. Meine Frau kommt hier aus der Region. 2012 waren wir in den Flitterwochen in Polynesien. Das Tattoo ist in polynesischem Stil gehalten. Der gefällt mir. Es symbolisiert neben der Familie und der Heimat vor allem die Sonne. Ich komme aus dem Land der Sonne. Wenn es hier Winter wird, ziehen wir für ein halbes Jahr auf La Réunion. Ich brauche immer Sommer.»





Deyanira Schaad (20)

Chemielaborantin, Beinwil am See

«Auf meiner Haut sind isländische Runen zu sehen. Ich bin Dänin und habe für einige Zeit in Island gelebt. Neben Dänisch spreche ich auch fliessend Isländisch. Die isländischen Runen sollen vor Feinden schützen und in schwierigen Situationen helfen. Meine Familie entstammt einem alten Wikingergeschlecht. Die Wikinger haben damals diese Runen gezeichnet. Das Stechen dauerte eine Stunde, am Anfang war es ganz okay, aber am Schluss hat es doch noch wehgetan. Das war vor eineinhalb Jahren. Ich kann mir sehr gut vorstellen, mir noch weiter Tattoos stechen zu lassen.»






Veronica Serratore (37)

Verkaufsleiterin, Hägglingen

«Auf meinem Tattoo sind drei Sterne zu sehen. Ich habe es 2005 in Amerika stechen lassen. Die Sterne standen damals für die drei Mal, die Italien die Fussball-WM gewonnen hat. Ich muss das Tattoo aber erweitern, weil Italien 2006 nochmals gewonnen hat. Der vierte Stern wird also folgen. Ich liebe Fussball und Italien, deshalb habe ich das Tattoo machen lassen. Meine Familie und meine Freunde finden es alle sehr schön. Viele fragen mich nach der Bedeutung. Das Stechen hat überhaupt nicht wehgetan.»