Logiernächte
Tourismus im Aargau: Die Zahl der chinesischen Touristen steigt

Vor allem Baden sorgt für Wachstum im Tourismus. Chinesische Touristen kommen, lange bleiben sie im Schnitt aber nicht.

Peter Brühwiler
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Die Zahl der chinesischen Touristen steigt im Aargau rasant.

Die Zahl der chinesischen Touristen steigt im Aargau rasant.

Keystone

2015 war für die Schweizer Hotelbetriebe ein schwieriges Jahr. Zwar verzeichneten sie bei den inländischen Gästen ein Logiernächte-Plus von zwei Prozent. Wegen des Ausbleibens von ausländischen Gästen resultierte unter dem Strich aber ein Minus von 0,8 Prozent – was angesichts des starken Frankens nicht überrascht.
Der Aargau widersetzte sich diesem Trend: Die Zahl der «ausländischen» Logiernächte stieg hier leicht an, von 342 000 auf 344 000. Insgesamt registrierten die Aargauer Hoteliers 702 000 Übernachtungen; 1,2 Prozent mehr als 2014.

Im schweizerischen Trend liegt der Aargau dafür in Bezug auf die chinesischen Gäste. Deren Zahl ist 2015 stark gewachsen, was sich in einem Plus der Logiernächte von 33,3 Prozent niederschlug. Im Aargau betrug der Zuwachs zwar nur 7,8 Prozent, schaut man etwas weiter zurück, ist der Anstieg aber auch hier rasant: Von 5566 Übernachtungen im Jahr 2010 auf 25 442 im Jahr 2015.
Das Potenzial scheint jedoch noch weit grösser, denn während sich die Zahl der Logiernächte in den letzten fünf Jahren verfünffachte, hat sich die Zahl der chinesischen Gäste sogar verzwölffacht. Das heisst: Die Touristen aus dem Reich der Mitte bleiben heute im Schnitt weniger lang im Aargau als 2010, laut Statistik noch 1,1 Nächte.

Bräuchte es also verstärkte Marketing-Anstrengungen, um sie länger im Kanton zu halten? Aargau-Tourismus-Direktorin Andrea Portmann ist skeptisch. «An einem anderen Ort eingesetzt, hat ein Marketingfranken sicher einen grösseren Effekt», sagt sie. Aargau Tourismus wolle vor allem Schweizer überzeugen, länger zu bleiben, das bringe auch ausserhalb der Hotellerie eine höhere Wertschöpfung.

Baden ist die neue Nummer 1

Bei der durchschnittlichen Verweildauer steht der Aargau mit 2,2 Nächten denn auch gut da. Nur in Graubünden und im Wallis bleiben die Gäste im Schnitt noch etwas länger. Eine mögliche Erklärung dafür ist der Business-Tourismus. Wie viele Logiernächte der Sektor im Aargau generiert, kann Portmann zwar nicht sagen. Er sei aber «sehr wichtig». Dies zeige auch die positive Entwicklung der Stadt Baden.
Und diese ist in der Tat eindrücklich: Nach jahrelanger Stagnation stieg die Zahl der Logiernächte 2015 um 25 Prozent, von 70 000 auf 87 000. Ohne diese Entwicklung – Ende 2014 öffnete in Baden das Hotel Trafo – wäre die Zahl der Logiernächte im Kanton nicht gewachsen, sondern um 2000 gesunken. Baden hat sich im landesweiten Vergleich gleichzeitig vom 85. auf den 70. Rang verbessert — und damit Bad Zurzach, die bisherige Nummer eins im Kanton, auf Platz 71 verdrängt.

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