Die Verhältnisse in den unterirdischen Asylunterkünften im Aargau sind schwierig. Monatelang warten dort Asylsuchende auf einen Entscheid. Die Ungewissheit, die engen Verhältnisse, der Mangel an Privatspäre – für die Menschen ist dies ein Problem.

Immer wieder kommt es zu problematischen Situationen. Vor einer Woche brachte ein Iraner einen Landsmann um, weil er offenbar durchdrehte. Und auch in der Badener Unterkunft gab es einen Verletzten.

Der Kanton ist bereits unter dem Sparhammer. Und nun will Finanzdirektor Roland Brogli ausgerechnet bei den unterirdischen Unterkünften sparen. 

Über eine Million Franken pro Jahr sollen in diesem Bereich eingespart werden:

  • Bei der Betreuung der Flüchtlinge in der Nacht.
  • Bei den Sicherheitskosten der Unterkünfte.
Wermuth: Das Totsparen muss gestoppt werden.

Wermuth: Das Totsparen muss gestoppt werden.

Für den Co-Präsidenten der SP, Cédric Wermuth, ist klar: "Es wird zu mehr Zwischenfällen kommen. Daran kann niemand ein Interesse haben." Und weiter sagt Wermuth gegenüber Tele M1: "Wir müssen die Notbremse ziehen. Der Kanton darf nicht weiter kaputtgespart werden."

Für seinen Kurs erhält Finanzdirektor Roland Brogli (CVP) Rückendeckung von der eigenen Partei.

CVP-Präsidentin Marianne Binder-Keller: "Die Vorfälle sind nicht eine Sache von unterirdischen Unterkünften. Wir finden, Leute müssen aus den Unterkünften entfernt werden, die renitentes und aggressives Verhalten an den Tag legen." Dann brauche es auch nicht mehr Sicherheitspersonal, so Binder-Keller. 

Binder: Aggressive Personen müssen aus den Unterkünften separiert werden.

Binder: Aggressive Personen müssen aus den Unterkünften separiert werden.

In einem Punkt sind sich SP und CVP einig: Die Asylverfahren müssen beschleunigt werden, so wie es die Schweiz beschlossen hat. (jk)