Thomas Baumann fuhr mit seiner Mähmaschine zwei Mal ein Rehkitz zu Tode. Der Landwirt nahm öffentlich Stellung zum Unglück: «Es ist natürlich nicht schön, wenn man ein junges Tier überfährt», sagt er gegenüber TeleM1. Es tue ihm leid. Er habe selber Vorsichtsmassnahmen getroffen. 

Der Aargauische Jagdschutzverbande hilft den Bauern kostenlos, Rehkitze vor dem Mähen aus den Feldern zu vertreiben. Auch Rainer Klöti, Präsident des Aargauischen Jagdschutzverbandes, zeigte sich betroffen: «Es zieht mir den Magen zusammen, weil ich die Bilder kenne», sagte er im TalkTäglich.

Nun üben aber auch die Bauern Kritik: «Wir wissen von Beispielen, in denen die Zusammenarbeit nicht funktioniert», sagt Ralf Bucher, Geschäftsführer des Bauernverbands Aargau, gegenüber TeleM1. «Sei dies aus zeitlichen Gründen, weil es zu kurzfristig ist, oder weil man das Gefühl hat, der Bauer könne das auch selber machen.»

Demian Vögeli aus Wil AG ist einer der Bauern, die sich von den Jägern im Stich gelassen fühlt. Auf seine Anfrage hätte man ihm geantwortet, das könne er doch wohl selber machen. Dass sich gewisse Jäger offenbar weigern, die Bauern zu unterstützen, bedauert Klöti: «Das ist unschön. Wir haben 1500 Mitglieder, die meisten machen das gut.» In diesem Fall habe wohl jemand emotional reagiert.

Klöti will sich des Falls annehmen: «Wir werden mit den betroffenen Jägern, aber auch mit dem Obmann der Jagdgesellschaft ein Gespräch führen», so der Präsident des Jagdschutzverbands. (kob)