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Tops und Flops beim Abstimmungsquiz: Wissen bei Kampfjets hoch, bei Kinderzulagen und Energiegesetz tief

Am Abstimmungsquiz der Aargazer Zeitung nahmen mittlerweile über 1400 im Aargau Stimmberechtigte teil. Die Auswertung zeigt: Das Wissen bei Kampfjets ist hoch, bei den Kinderzulagen und dem Energiegesetz allerdings tief.

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In der AZ-Redaktion wurde das Online-Quiz zu den Abstimmungen bereits getestet, ab sofort können Sie mitmachen – und Büchergutscheine gewinnen.

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CH Media

Auf www.aargauerzeitung.ch läuft ein 39 Fragen umfassendes Quiz zu den Abstimmungsvorlagen vom 27. September. Erarbeitet wurde es von den Abstimmungsforschern Uwe Serdült und Thomas Milic vom Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA) und der AZ. Mittlerweile nahmen über 1400 im Aargau Stimmberechtigte teil. Das Zwischenergebnis nach zwei Wochen (das Quiz ist bis 25. September online) ist nicht repräsentativ, weil wohl vorwiegend überdurchschnittlich Informierte teilnehmen. Trotzdem lassen sich daraus einige spannende Erkenntnisse ableiten.

Insgesamt sei das Vorlagenwissen hoch, teilweise sogar erstaunlich hoch, sagt Uwe Serdült. Es gebe aber «Sorgenkinder», was bei der hohen Anzahl Vorlagen aber nicht weiter überraschend sei. Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es zwar vereinzelt, sagt Serdült, aber sie sind nicht hoch: «Am ehesten sind sie noch bei der Kampfjetvorlage zu finden, zu Ungunsten der Frauen. Da der Wissensstand bei dieser Vorlage jedoch insgesamt hoch ist, ist das nicht weiter relevant.»

Energiegesetz: Fühlen sich Mieter nicht angesprochen?

Von allen Fragen war der Wissensstand mit 98,8 Prozent bei der Frage am höchsten, von wem die Begrenzungsinitiative stammt. Die meisten falschen Antworten gibt es bei der Kinderabzugsvorlage. Erstaunlich hoch ist das Wissen zu Vaterschaftsurlaub und Kampfjets. Kantonal ist das Wissen zur Schulpflege gut, dagegen hapert es klar beim Wissen über das Energiegesetz. Serdült: «Wir können uns vorstellen, dass sich Mieterinnen und Mieter weniger darum kümmern, weil es sie kaum direkt betrifft.» (mku)

Darum geht es bei der Schulpflege-Abstimmung

Der Grosse Rat hat die Führungsstrukturen der Aargauer Volksschule neu organisiert. Konkret hat er beschlossen, die Schulpflege abzuschaffen, und festgelegt, wer ihre Aufgaben übernimmt. Die Entscheide bewirken eine Schulgesetz- und eine Verfassungsänderung. Deshalb sind es zwei Vorlagen. Darum geht es: Heute erfolgt die Führung der Schulen durch den Kanton, den Gemeinderat, die Schulpflege und die Schulleitung. Die Aufteilung der Führungsverantwortung über vier Instanzen ist komplex und führt zu Schnittstellenproblemen. Auf den 1. Januar 2022 soll auf kommunaler Ebene die vom Volk gewählte Schulpflege abgeschafft werden. Bei einem Ja übernimmt der auch vom Volk gewählte Gemeinderat dann die Gesamtverantwortung für die Schule. Alle Kompetenzen und Aufgaben der Schulpflege werden an ihn übertragen. (mku)

Darum geht es bei der Energiegesetz-Abstimmung

Die Kantone sind für energetisch möglichst gute Wohnbauten zuständig. Am 27. September entscheidet der Aargau über ein vom Grossen Rat beschlossenes neues Energiegesetz. Mit dessen Hilfe will der Kanton Energie und CO₂ sparen und mithelfen, die Klimastrategie 2050 umzusetzen. Die wichtigsten Änderungen: Besitzer von Neubauten müssen einen Teil des Eigenstromverbrauchs selbst herstellen (meist wird das solar erfolgen) oder sich an einer anderen Anlage beteiligen. Elektroboiler in Wohnnutzung sind bis in 15 Jahren durch ein effizienteres System zu ersetzen. Neue Ölheizungen bleiben erlaubt, wenn es kein energieeffizienteres System gibt, das wirtschaftlich tragbar ist. Beim Heizungsersatz darf
die nicht erneuerbare Energie höchstens 90 Prozent betragen. Bei Gebäuden ab Mitte der 90er-Jahre ist dies laut Regierung meist schon erfüllt. (mku)