Vorsorge
Toprendite für die Aargauische Pensionskasse – doch die Rente für Neu-Pensionierte sinkt

Eine hohe Rendite, ein besserer Deckungsgrad, eine grössere Wertschwankungsreserve – 2017 war ein gutes Jahr für die Aargauische Pensionskasse (APK). Allerdings dürfte es schwierig werden, künftig ähnliche Resultate zu erzielen.

Fabian Hägler
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8,1 Prozent betrug die Performance der Aargauischen Pensionskasse im letzten Geschäftsjahr – nur 2009 war die Rendite der APK mit 11,1 Prozent noch höher. (Symbolbild)

8,1 Prozent betrug die Performance der Aargauischen Pensionskasse im letzten Geschäftsjahr – nur 2009 war die Rendite der APK mit 11,1 Prozent noch höher. (Symbolbild)

Keystone

«Die APK: mit voller Kraft voraus» – das steht auf der ersten Folie der Präsentation zum Geschäftsjahr 2017. Passend dazu ist auf der Folie eine Lokomotive zu sehen, und aus dem Sitzungszimmer, wo Präsident Martin Sacher und Geschäftsführerin Susanne Jäger die Zahlen präsentierten, geht der Blick über die Gleise am Bahnhof Aarau. Im letzten Geschäftsjahr war der Zug der Aargauischen Pensionskasse tatsächlich rasant unterwegs.

Mit einer Performance von 8,1 Prozent erzielte die APK die zweitbeste Rendite der letzten zehn Jahre, nur 2009 war mit 11,1 Prozent noch besser. «Wir haben ein sehr erfreuliches Börsenjahr hinter uns, die hohen Aktienkurse haben geholfen, diese ausserordentliche Performance zu erreichen», erklärte Sacher.

Insgesamt verfügte die APK per Ende 2017 über ein Vermögen von 10,8 Milliarden Franken, die Vorsorgeverpflichtungen gegenüber ihren Mitgliedern beliefen sich auf 10,3 Milliarden Franken. Somit liegt der Deckungsgrad der Pensionskasse bei 104,4 Prozent, Ende 2016 waren es noch 100,5 Prozent.

Aktien rentierten hervorragend

Zur starken Performance hat auch die Anpassung der Anlagestrategie der APK beigetragen. «Obligationen und Staatsanleihen werfen kaum noch Rendite ab, deshalb haben wir den Anteil der Aktien leicht erhöht», sagte Sacher.

Dies zahlte sich aus, die Rendite der Aktien, die mehr als 27 Prozent oder knapp 3 Milliarden Franken des Gesamtvermögens der APK ausmachen, lag bei über 22 Prozent. Mehr investiert hat die Pensionskasse auch in Infrastrukturprojekte und Immobilien, wie Sacher ausführte. «Allerdings ist es schwierig, geeignete Objekte zu finden, weil immer mehr Anleger in diesen Bereichen tätig sind», machte er klar.

Dank der starken Rendite ihrer Anlagen konnte die APK im Jahr 2017 mehr Geld in die sogenannte Wertschwankungsreserve legen. Dieses «Kässeli» für schlechte Zeiten wies Ende Jahr einen Bestand von knapp 456 Millionen Franken auf. Inzwischen ist es aber bereits wieder ein bisschen geschrumpft. In den ersten vier Monaten 2018 erzielte die APK nur noch eine Rendite von 0,4 Prozent. Grund sind die gesunkenen Börsenkurse, wobei Präsident Sacher festhielt, dass viele andere Pensionskassen im laufenden Jahr sogar eine negative Performance verzeichnen.

Umwandlungssatz sinkt

Im vergangenen Jahr hat die APK ihren gut 11 000 Rentnern rund 405 Millionen Franken an Renten und Kapitalleistungen ausbezahlt. «Wir verzeichnen derzeit mehr Pensionierungen, weil Menschen aus geburtenstarken Jahrgängen in dieses Alter kommen», sagte Susanne Jäger. Für die 745 APK-Versicherten, die 2017 pensioniert wurden, galt noch der Umwandlungssatz von 5,9 Prozent.

An einem fiktiven Beispiel erklärt: Ein Pensionskassenguthaben von 100 000 Franken ergibt so eine Rente von 5900 Franken pro Jahr. Auf den 1. Januar 2019 sinkt der Umwandlungssatz auf 5,3 Prozent, die Jahresrente des fiktiven Neurentners beträgt dann nur noch 5300 Franken. «Es ist leider unvermeidlich, diesen Satz zu kürzen», erklärte Jäger, «weil die Menschen immer älter werden, könnte der lebenslange Rentenanspruch mit den heutigen tiefen Zinsaussichten sonst nicht gesichert werden.»

Abgefedert wird diese Senkung mit zwei Massnahmen: Einerseits erfolgt sie stufenweise über zwei Jahre, andererseits wird das Sparguthaben der Versicherten innert drei Jahren um 2,5 Prozent erhöht.

Gerade nach einem Jahr mit einer guten Performance, wie es 2017 war, tauche oft die Frage auf, weshalb die Renten sinken. «Längerfristig betrachtet, ist die Zinsentwicklung bescheiden, und angesichts der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und der Schweizerischen Nationalbank gehen wir nicht davon aus, dass sich dies rasch ändern wird», sagte Sacher.
Für die APK gehe es darum, in diesem schwierigen Zinsumfeld gute Renditen zu erzielen.

Dabei werde die derzeit immer wieder geäusserte Kritik von Umweltorganisationen an zweifelhaften Anlagestrategien von Banken und Pensionskassen registriert. «Wir haben einen grösseren Betrag, rund 140 Millionen Franken, in nachhaltigen Anlagen investiert», sagte Sacher. Ausgeschlossen seien bei der APK ausser geächtetem Kriegsmaterial keine Anlagekategorien, «zumal nicht nachgewiesen ist, dass nachhaltige Investments besser rentieren als konventionelle».

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