SVP Aargau
Toni Brunner gratuliert zum Asyl-Kampfgeist: «Ich bin auch ein Bettwiler!»

SVP-Präsident Toni Brunner sprach in der Mehrzweckhalle von Bettwil vor rund 150 Parteianhängern und gratulierte den Bettwilern zu ihrer Unbeugsamkeit – und sprach das grosse Missbehagen in der Bevölkerung beim Namen an.

Samuel Schumacher
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Toni Brunner gratulierte den Bettwilern zu ihrem Kampfgeist: «Ich bin auch ein Bettwiler!»

Toni Brunner gratulierte den Bettwilern zu ihrem Kampfgeist: «Ich bin auch ein Bettwiler!»

AZ

Bettwil sorgte im vergangenen Herbst landesweit für Schlagzeilen, als sich die kleine Aargauer Gemeinde erfolgreich gegen die Unterbringung von 140 Asylsuchenden in einer Militärunterkunft am Dorfrand wehrte.

«Bettmu» wurde zum Symbol für den erbitterten Kampf der Gemeinden gegen die als unfair empfundene Asylpolitik des Bundes. SVP-Parteipräsident Toni Brunner gratulierte den Bettwilern in seiner Ansprache im Rahmen einer SVP-Wahlveranstaltung am Dienstagabend zu ihrer Widerspenstigkeit.

«Ich bin auch ein Bettwiler», verkündete Brunner vor rund 150 Parteianhängern und mahnte die Anwesenden, dass die Asylprobleme trotz der laufenden Debatten im Parlament noch nicht gelöst seien.

«Die Schweiz ist immer noch zu attraktiv für Asylsuchende und zu grosszügig mit jenen, die es bis hierhin geschafft haben.»

Die Asylverfahren müssten weiter optimiert werden. «30 Tage müssen reichen, um zu einem rechtskräftigen Entschluss zu gelangen.»

Um diese Schnellverfahren zu garantieren, müssten Asylsuchende nach holländischem Vorbild in zentralen, geschlossenen Anstalten aufgenommen und erst nach einem positiven Entscheid auf die Kantone und Gemeinden verteilt werden.

«Plakatkampagne ist gerechtfertigt»

Er sei froh, dass die SVP Aargau mit ihrer «Asylmissbrauch Durchgreifen!»-Kampagne das Problem beim Namen nenne.

Angesprochen auf die Plakatkampagne der SVP des Bezirks Bremgarten («Afrika statt Argovia», «Sie sehen schwarz für den Aargau?») sagte Brunner: «Ich habe die Plakate selbst noch nicht gesehen. Sie bringen aber offenbar auf den Punkt, was in der Bevölkerung für grosses Missbehagen sorgt und sind damit gerechtfertigt.»

Thomas Burgherr, Präsident der SVP Aargau, betonte in seiner Ansprache, dass die SVP in den anstehenden kantonalen Wahlen beide Regierungsratssitze sowie mindestens 45 Sitze im Grossen Rat holen will.

Stolz zeigte sich Brugherr über die Beharrlichkeit der SVP in der Atomfrage. «Als einzige Partei haben wir nach Fukushima nicht nachgelassen. Der Atomausstieg bis 2034 ist unrealistisch. Als Energiekanton hat der Aargau eine grosse Verantwortung, den Atomausstieg abzuwenden.»

„Jung, hübsch, blond reicht nicht, Frau Hochuli!"

Andreas Glarner, Fraktionspräsident der SVP im Grossen Rat, forderte in Bettwil an seinem 50. Geburtstag mehr Führungsverantwortung von den für Asylfragen zuständigen Behörden. «Die Angst in der Bevölkerung vor Vergewaltigern, Dieben und Mördern ist berechtigt. Die Pianistin Simonetta Sommaruga und die Reitpädagogin Susanne Hochuli haben es verpasst, griffige Massnahmen einzuleiten.»

Glarner ergänzte: «Jung, hübsch, blond reicht nicht, um die Asylprobleme zu lösen, Frau Hochuli. Wenn Asylanten in die Schweiz kommen, unsere Frauen vergewaltigen und unsere Jugend mit Drogen verseuchen, dann müssen wir rigoros durchgreifen.»

«Jung, hübsch, blond reicht nicht, Frau Hochuli!»

«Jung, hübsch, blond reicht nicht, Frau Hochuli!»

AZ

Auch der Bettwiler Gemeindeammann Wolfgang Schibler stimmte in das Klagelied ein. «Die Regierung hat im Fall Bettwil unüberlegt und arrogant gehandelt. Sie hat ihren Auftrag gegenüber der Bevölkerung nicht erfüllt und Angst und Schrecken verbreitet.»

Schibler wünschte sich selbst und den anwesenden Regierungsrats- und Grossratskandidaten viel Glück und schenkte Andreas Glarner am Schluss des Abends eine Zigarre. «Damit du deine Gegner im Wahlkampf rauchen kannst», lachte Schibler und genoss den tosenden Applaus der unbeugsamen Bettwiler.